Neuer Vorschlag Krankenkassen legen Milliarden-Sparpaket vor, um starken Beitragsanstieg zu bremsen

Die gesetzlichen Krankenkassen haben ein Sparpaket in Milliardenhöhe vorgeschlagen, um den erwarteten starken Anstieg der Beiträge abzubremsen.
Ohne umfassende Einsparungen würde der durchschnittliche Kassenbeitrag von aktuell 17,5 Prozent auf bis zu 19,1 Prozent im Jahr 2030 und 22,7 Prozent im Jahr 2040 ansteigen. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichen Stellungnahme des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen an die vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzte Reformkommission hervor.
"Von den Kliniken über die Pharmaindustrie bis zu der niedergelassenen Ärzteschaft müssen nun alle einen fairen Beitrag leisten, damit die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler nicht länger unter immer weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen leiden müssen", erklärte Oliver Blatt, der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands.
Das 77-seitige Papier, über das zunächst die RND-Zeitungen berichtet hatten, sieht ein ganzes Bündel von Einzelmaßnahmen vor. In der Stellungnahme warnt der Verband vor einer "akuten Gefährdung der dauerhaften Finanzierbarkeit der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bei gleichzeitig rasant steigendem Beitragssatzniveau".
Die Gesamtsumme der Einsparungen wollte der GKV-Spitzenverband nicht beziffern - diese Summe hänge davon ab, wann die Maßnahmen kommen sollten und wie schnell dann deren Wirkung eintrete, erklärte der Verband. Die RND-Zeitungen sprachen von einem Einsparvolumen von etwa 50 Milliarden Euro.
Gespart werden soll nach Vorstellung des GKV-Spitzenverbands bei den Krankenhäusern, den niedergelassenen Ärzten und der Pharmaindustrie. Bei der Finanzierung der Krankenhäuser fordert der Verband unter anderem, die derzeit unbegrenzten Ausgaben für die Pflege in den Kliniken wieder zu deckeln. Auch die jährlichen Tarifsteigerungen sollen nicht mehr eins zu eins an die Kassen durchgereicht werden dürfen.