Kritik an GesetzesplänenVerbraucherzentrale warnt vor Verunsicherung durch neues Heizungsgesetz

Die Verbraucherzentrale warnt vor neuer Verunsicherung durch Pläne der Koalitionsfraktionen für ein neues Heizungsgesetz.
"Das Gebäudemodernisierungsgesetz wird für viele Verbraucherinnen und Verbraucher zur Mogelpackung werden", erklärte die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, am Mittwoch. Die Koalition setze auf weniger Leitplanken zum Klimaschutz und lasse Verbraucher so mit den Risiken des Heizungstausches allein. Der Paritätische Gesamtverband sprach von einer "sozialen Zeitbombe".
Am Dienstagabend hatten die Koalitionsfraktionen mitgeteilt, sich auf die Grundzüge eines neuen Heizungsgesetzes geeinigt zu haben, das deutlich lockerere Vorgaben für Hausbesitzer und Vermieter vorsieht. Die pauschale Vorgabe eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung für alle Neu- und Bestandsbauten entfällt demnach, Betriebsverbote für bestimmte Heizungsarten werden gestrichen.
Um die Klimaziele bis 2040 zu erreichen, soll es statt der 65-Prozent-Quote eine sogenannte Grüngasquote geben: Wird eine Gas- oder Ölheizung ausgetauscht, muss die neue Heizung zu einem steigenden Anteil mit Brennstoffen wie Biomethan und synthetischem Treibstoff betrieben werden, wie es im Eckpunktepapier heißt.
"Entgegen wissenschaftlicher Evidenz stellt die Bundesregierung vage Hoffnungen auf ein Hochlaufen eines Grüngasmarktes in Aussicht", fuhr Pop fort. Damit schaffe die Koalition statt "Planungssicherheit" eine "neue Verunsicherung". Die vzbv-Vorständin empfahl Verbraucherinnen und Verbrauchern, vor einer Anschaffung einer neuen Heizung eine "gute und unabhängige Beratung in Anspruch nehmen und keine übereilten Entscheidungen" zu treffen.