Kurznachrichten

Soll Abschuss zweier Flugzeuge verantwortenKubaner demonstrieren vor der US-Botschaft gegen die Anklage des Ex-Staatschefs Castro

22.05.2026, 15:05 Uhr
22-05-2026-Kuba-Havanna-Mitglieder-der-Revolutionaeren-Streitkraefte-nehmen-an-einer-Kundgebung-zur-Unterstuetzung-des-ehemaligen-Praesidenten-Raul-Castro-vor-der-US-Botschaft-in-Havanna-Kuba-teil-nachdem-die-US-Staatsanwaltschaft-Anklage-gegen-ihn-erhoben-hat-weil-er-1996-den-Abschuss-ziviler-Flugzeuge-angeordnet-haben-soll-die-von-Exilanten-aus-Miami-geflogen-wurden
22.05.2026, Kuba, Havanna: Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte nehmen an einer Kundgebung zur Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Raul Castro vor der US-Botschaft in Havanna, Kuba, teil, nachdem die US-Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben hat, weil er 1996 den Abschuss ziviler Flugzeuge angeordnet haben soll, die von Exilanten aus Miami geflogen wurden. Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (Foto: dpa)

Die US-Regierung will den 94-Jährigen wegen des Abschusses zweier Flugzeuge in den 1990ern zur Verantwortung ziehen. Dagegen gehen Kubas kommunistische Jugendverbände auf die Straße.

Zahlreiche Kubaner haben gegen die Anklage des früheren Staatschefs Raúl Castro in den Vereinigten Staaten protestiert. Zu der Demonstration auf der sogenannten Antiimperialistischen Tribüne vor der US-Botschaft in Havanna hatten Jugendorganisationen wie die Union der jungen Kommunisten (UJC), der Studentenbund und die Pioniere aufgerufen.

«Uns verbindet die Würde Kubas, das Recht auf unsere Autonomie und die Ehre, zu einer Generation zu gehören, die im Geiste des Vermächtnisses von Fidel und Raúl herangewachsen ist», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Prensa latina die Vorsitzende der UJC, Meyvis Estévez. 

Der 2016 gestorbene Fidel Castro und sein Bruder Raúl waren die Anführer der Revolution, die 1959 die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stürzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. An der Kundgebung nahmen auch Präsident Miguel Díaz-Canel, Ministerpräsident Manuel Marrero sowie Mitglieder der Politbüros der Kommunistischen Partei und des Nationalen Sicherheitsrates teil. «Für Kuba und für Raúl stehen wir auf der Antiimperialistischen Tribüne», schrieb Díaz-Canel auf der Plattform X.

Am Mittwoch hatte die US-Regierung eine Klage gegen Castro angekündigt. Dem 94-Jährigen wird vorgeworfen, als damaliger Verteidigungsminister in den Abschuss von Flugzeugen der exilkubanischen Organisation «Hermanos al Rescate» (Brüder zur Rettung) durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 verwickelt gewesen zu sein. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, darunter drei US-Bürger. Die kubanische Regierung wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer politischen Aktion, um einen Vorwand für ein mögliches militärisches Eingreifen auf der sozialistischen Karibikinsel zu rechtfertigen. US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Havanna zuletzt immer wieder gedroht und eine «Übernahme» Kubas ins Spiel gebracht.

Quelle: ntv.de, dpa

Regionales