Spannung vor Öcalans ErklärungKurdenpartei trifft Öcalan im Gefängnis

Wenige Stunden vor einer erwarteten "historischen Erklärung" des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan zum Gewaltverzicht ist eine Delegation der pro-kurdischen türkischen Partei DEM auf der Gefängnisinsel Imrali mit dem wegen Hochverrats inhaftierten Öcalan zusammengetroffen. Vertreter der Partei reisten laut Angaben der DEM am Donnerstagmorgen nach Imrali, wo der 75-Jährige seit 1999 in Einzelhaft sitzt.
Am Mittwochabend hatte die DEM für Donnerstag eine "historische" Erklärung Öcalans angekündigt - falls alles "reibungslos" verlaufe. Es wurde erwartet, dass Öcalan seine Anhänger dazu aufrufen könnte, nach jahrzehntelangem blutigen Konflikt zwischen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und dem türkischen Staat die Waffen niederzulegen. Öcalans Botschaft soll den Angaben zufolge bei einer Pressekonferenz in Istanbul um 17.00 Uhr Ortszeit (15.00 MEZ) bekannt gegeben werden.
Die DEM und die PKK hatten sich dafür ausgesprochen, dass Öcalan seinen Aufruf per Videobotschaft macht und nicht schriftlich - Justizminister Yilmaz Tunc schloss dies am Mittwochabend jedoch aus. Ungewiss ist indes, wie ein solcher Aufruf bei den kurdischen Kämpfern im Norden des Irak und Syriens ankommen würde.