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Digitaler Euro im FokusLars Klingbeil macht digitalen Euro zur Priorität bei Eurogruppen-Treffen in Brüssel

16.02.2026, 11:43 Uhr
Lars-Klingbeil-SPD-Bundesminister-der-Finanzen-Vizekanzler-und-SPD-Bundesvorsitzender-gibt-bei-seinem-Antrittsbesuch-in-Polen-eine-Pressekonferenz
(Foto: picture alliance/dpa)

Die Einführung einer digitalen Gemeinschaftswährung wird seit Jahren in der EU diskutiert.

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil, der sich am Montag mit seinen Kollegen aus der Eurozone in Brüssel trifft, hat den digitalen Euro zu einer Priorität seiner europäischen Agenda gemacht. Beim EU-Gipfel im Dezember steckten die Staats- und Regierungschefs die Position der Mitgliedstaaten bei dem Thema fest. Angesichts der jüngsten Signale aus dem EU-Parlament könnte es noch dieses Jahr grünes Licht für die elektronische Währung geben.

Der digitale Euro soll die europäische Souveränität im Finanzbereich sichern. Die elektronische Version der Währung wäre in Geschäften, online oder von Mensch zu Mensch kostenlos nutzbar. Befürworter des digitalen Euros argumentieren, er würde Europäer bei Online-Zahlungen unabhängiger von US-Bezahlsystemen wie Paypal machen. Kritiker warnen, die elektronische Währung würde es Regierungen ermöglichen, ihre Bürgerinnen und Bürger zu überwachen oder ihnen gar den Geldhahn zuzudrehen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte das Projekt vor rund sechs Jahren erstmals vorgestellt. Die EU-Kommission legte im Juni 2023 einen konkreten Vorschlag für den digitalen Euro vor. Um diesen in die Realität umzusetzen, braucht es die Zustimmung der EU-Länder und des Parlaments. Die Mitgliedstaaten hatten im Dezember grünes Licht gegeben und damit den Druck auf die Abgeordneten erhöht.

Das Parlament stellte sich in der vergangenen Woche hinter einen Antrag, der die Einführung eines digitalen Euros vorsieht. Dies sei "entscheidend, um die monetäre Souveränität der EU zu stärken, die Fragmentierung im Massenzahlungsverkehr zu verringern und die Integrität und Resilienz des Binnenmarktes zu unterstützen", heißt es darin.

Quelle: ntv.de, AFP

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