Skepsis aus MoskauLawrow lehnt Vatikan als Ort für Ukraine-Friedensgespräche ab

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den Vatikan als möglichen Ort für Friedensgespräche mit der Ukraine in Zweifel gezogen. "Es wäre etwas unelegant für orthodoxe Länder, auf katholischem Boden über Themen zu diskutieren, die mit der Beseitigung der Ursachen (des Konflikts) zusammenhängen," sagte Lawrow am Freitag. Er warf Kiew vor, die orthodoxe Kirche in der Ukraine zu "zerstören".
Lawrow fügte hinzu: "Für den Vatikan selbst wäre es unter diesen Umständen nicht sehr angenehm, Delegationen aus orthodoxen Ländern zu empfangen." Die Beziehungen zwischen dem Kreml und dem Vatikan sind seit Jahrhunderten frostig.
Laut der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni ist der Vatikan bereit, mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland im Vatikan auszurichten. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bekräftigte am Freitag aber, dass es derzeit noch keine Vereinbarungen über einen Verhandlungsort gebe.
Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, die nächsten Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine könnten ab Mitte Juni im Vatikan stattfinden. Laut US-Präsident Donald Trump steht der Vatikan als Verhandlungsort bereit.
Delegationen aus Russland und der Ukraine hatten in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren direkte Gespräche geführt. Das Treffen in Istanbul endete aber ohne Annäherung in der Frage einer Waffenruhe.