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"Wird von vielen Faktoren abhängen"Lettlands Geheimdienst warnt vor russischer Aggression nach Ende von Ukraine-Krieg

15.02.2026, 15:51 Uhr
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(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Lettlands Geheimdienstchef Egils Zviedris hat angesichts der auf Krieg eingestellten russischen Wirtschaft vor einer fortgesetzten Aggression Moskaus über die Ukraine hinaus gewarnt.

Lettlands Geheimdienstchef Egils Zviedris hat angesichts der auf Krieg eingestellten russischen Wirtschaft vor einer fortgesetzten Aggression Moskaus über die Ukraine hinaus gewarnt. "Die potenzielle Aggressivität Russlands nach Beendigung des Ukraine-Krieges wird von vielen Faktoren abhängen", sagte Zviedris am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Dazu gehöre, "wie der Krieg endet, ob er eingefroren wird oder nicht, und ob die Sanktionen bestehen bleiben".

Nach Einschätzung von Experten hat sich Russland so umfassend auf eine Kriegswirtschaft und vollständige militärische Mobilisierung eingestellt, dass ein Kurswechsel schwierig erscheint. Dies könnte Moskau demnach zu militärischen Aktionen gegen weitere europäische Gebiete veranlassen. Ein Ende der derzeitigen Sanktionen würde es Russland nach Zviedris' Einschätzung ermöglichen, "seine militärischen Kapazitäten schneller auszubauen".

Eine Gefahr für sein Land sieht der Geheimdienstchef aktuell allerdings nicht. Russland stelle derzeit "keine militärische Bedrohung für Lettland" dar, sagte er. "Die Tatsache, dass Russland Pläne für eine Invasion des Baltikums ausgearbeitet hat, wie es Pläne für viele Dinge hat, bedeutet nicht, dass Russland angreifen wird", führte der Geheimdienstchef aus. Allerdings ist das Land nach Angaben seiner Behörde weiteren Arten von Bedrohungen aus Moskau ausgesetzt, dazu zählen insbesondere Cyberangriffe.

Laut dem aktuellen Jahresbericht des lettischen Geheimdienstes SAB für 2025 hat die Cyber-Bedrohung seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 "erheblich zugenommen". Zudem warnt der Dienst davor, dass Russland versuche, die angeblichen Missstände, denen die russischsprachigen Minderheiten im Baltikum ausgesetzt seien, auszunutzen.

Ähnlich wie in Litauen, Estland und Polen befürchten viele Menschen in Lettland angesichts des seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine, dass auch ihr Land trotz Mitgliedschaft in EU und Nato angegriffen werden könnte. Die baltischen Staaten gehören zu den vehementesten Unterstützern der Ukraine.

Quelle: ntv.de, afp

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