Positive EntwicklungLohnungleichheit in Deutschland geht in den vergangenen zweieinhalb Jahren zurück

Die Lohnungleichheit in Deutschland hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren verringert.
Die Bruttostundenlöhne von Beschäftigten ohne Berufsabschluss stiegen von Ende 2023 bis Mitte 2025 deutlich stärker als die von Beschäftigten mit Hochschulabschluss, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten aktuellen Lohnmonitor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesarbeitsagentur hervorgeht. Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet.
Laut Lohnmonitor stieg der Bruttostundenlohn für Menschen ohne Berufsabschluss von im Schnitt 15,68 Euro Ende 2023 auf 18,05 Euro im zweiten Halbjahr 2025. Bei Menschen mit Hochschulabschluss veränderte sich der Lohn hingegen kaum: Ende 2023 waren es im Schnitt 30,02 Euro pro Stunde, im zweiten Halbjahr 2025 dann 30,92 Euro. "Die Löhne sind heute nicht mehr so ungleich verteilt wie noch vor zehn Jahren", sagte IAB-Ökonom Enzo Weber dem "Spiegel". Das zeige sich auch im Niedriglohnbereich. Dessen Umfang sei deutlich geschrumpft.
Gleichzeitig mahnte Weber: "Die Anreize für Ausbildung könnten sinken, wenn man in Helferjobs ohne Qualifikation schon vergleichsweise gutes Geld verdienen kann." Bereits 13 Prozent der Erwerbspersonen unter 35 hätten keine abgeschlossene Ausbildung.
Der IAB-Lohnmonitor basiert auf einer Online-Personenbefragung des IAB. Das Institut befragt mehrmals im Jahr jeweils rund 7500 Menschen von 18 bis 65 Jahren.