Vor geplanten AtomgesprächenNetanjahu fordert Iran zur vollständigen Aufgabe von Urananreicherung auf

Vor den für die kommenden Tage geplanten Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine vollständige Aufgabe der iranischen Urananreicherung gefordert
Vor den für die kommenden Tage geplanten Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eine vollständige Aufgabe der iranischen Urananreicherung gefordert. "Alles angereicherte Material muss den Iran verlassen", sagte Netanjahu am Sonntag in einer Rede in Jerusalem. Auch dürfe das Land keine Anreicherungskapazitäten mehr besitzen: "Die Anlagen und die Infrastruktur, die eine Anreicherung überhaupt erst möglich machen", müssten abgebaut werden.
Zudem müsse eine Lösung für die Frage der ballistischen Raketen des Iran gefunden werden. Bei einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump habe er auf diese Bedingungen für ein Atomabkommen mit Teheran gedrängt, fügte Netanjahu hinzu. Der Verbleib der iranischen Bestände von mehr als 400 Kilogramm hochangereichertem Uran ist bislang eine offene Frage des Konflikts. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums reiste Außenminister Abbas Araghtschi derweil in Begleitung einer diplomatischen und technischen Delegation nach Genf. "Die indirekten Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Dienstag unter Vermittlung und mit der Unterstützung des Oman stattfinden", erklärte das Ministerium am Sonntagabend.
Washington und Teheran hatten ihre indirekten Gespräche am 6. Februar wieder aufgenommen. Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Der US-Präsident entsandte einen zweiten Flugzeugträger in die Region, um den militärischen Druck noch zu erhöhen. Die derzeitigen Gespräche sind die ersten seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni vergangenen Jahres. Die USA hatten an der Seite Israels eingegriffen und mehrere Atomanlagen im Iran bombardiert. Während Teheran jedoch ausschließlich über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln will, pochen die USA und Israel auch auf Verhandlungen über das iranische Raketenprogramm sowie Teherans Unterstützung für Milizen in Nahost, darunter die Hisbollah im Libanon und die islamistische Hamas im Gazastreifen.