Kurznachrichten

Kritik an ChinaOECD warnt vor drastischer Zunahme der Stahl-Überkapazitäten

04.06.2026, 10:03 Uhr
Deutschland-Themenfoto-Metallindustrie-Ein-Industriearbeiter-flext-mit-einem-Winkelschleifer-ein-Stahlrohr
(Foto: IMAGO/Rupert Oberhäuser)

Die OECD warnt vor einer drastischen Zunahme der weltweiten Überkapazitäten bei Stahl.

Diese könnten sich auf 745 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2028 belaufen, wie die Industriestaaten-Organisation am Donnerstag mitteilte. Das seien 319 Millionen Tonnen mehr als die aktuell im OECD-Raum produzierte Menge. Als Hauptgrund nennt die in Paris ansässige Organisation massive Subventionen in einigen großen Nicht-OECD-Volkswirtschaften, insbesondere in China. Diese staatlichen Hilfen würden den fairen Wettbewerb zunehmend untergraben. Gleichzeitig würden Handelsmaßnahmen, die gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen sollen, immer häufiger umgangen.

"Stahlüberkapazitäten werfen für alle Probleme auf", sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. "Sie verzerren globale Märkte, belasten die wirtschaftliche Sicherheit und Widerstandsfähigkeit und schaffen Negativanreize für Innovation und Nachhaltigkeit." Man müsse die Ursachen bekämpfen, einschließlich schädlicher Subventionen und anderer nicht marktkonformer Praktiken. Es müsse überall gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Hersteller geben. Dies erfordere eine stärkere internationale Zusammenarbeit.

Dem Bericht zufolge exportierten chinesische Stahlhersteller im vergangenen Jahr die Rekordmenge von 131 Millionen Tonnen. Das ist ein Anstieg um 153 Prozent verglichen mit 2020 und mehr als die gesamte Stahlproduktion der Europäischen Union im Jahr 2025. Ein chinesisches Stahlunternehmen erhielt den Angaben nach 2024 im Mittel 15-mal mehr Subventionen als Hersteller in anderen Ländern. Zudem würden Gegenmaßnahmen wie Antidumpingzölle umgangen, indem Stahlprodukte über Drittländer in die OECD-Märkte exportiert werden. So seien die Exporte von Halbzeugen aus Stahl von China nach Südostasien im vergangenen Jahr um 300 Prozent gestiegen. Dies lege den Schluss nahe, dass die Produkte dort weiterverarbeitet und dann in die OECD exportiert werden.

Die Autoren des Berichts weisen zudem auf weitere Belastungen für die Branche hin. So stehe die Rohstoffversorgung zunehmend unter Druck, da 42 Länder ihre Schrottausfuhren beschränkten. Steigende Energiekosten infolge des Kriegs im Nahen Osten belasteten die Produktion zusätzlich, da der Energieanteil an den Kosten bis zu 40 Prozent ausmachen könne. In der Folge werden bereits mehrere Projekte zur emissionsärmeren Stahlerzeugung verschoben. 

Quelle: ntv.de, rts

Regionales