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Orban-Politik schreckt abUmfrage: Deutsche Firmen verlieren Interesse an Ungarn

24.02.2026, 13:39 Uhr
Die Investitionsbereitschaft deutscher Firmen in Ungarn bricht ein. (Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Z)

Deutsche Unternehmen verlieren das Interesse am Standort Ungarn. Eine neue Umfrage zeigt einen drastischen Einbruch der Investitionsbereitschaft.

Deutsche Unternehmen verlieren zunehmend das Interesse am Standort Ungarn. Nur noch 19 Prozent erwägen Investitionen in dem Land, wie eine Umfrage der Unternehmensberatung KPMG für den Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft zeigt. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 35 Prozent. Zum Vergleich: In Polen wollen 56 Prozent investieren, in der Ukraine 43 Prozent sowie in Rumänien und Tschechien jeweils 35 Prozent. Dem Ost-Ausschuss zufolge ist in Ungarn die Investitionssicherheit in "strategischen Sektoren" wie Telekommunikation, Banken, Einzelhandel und Baustoffe für ausländische Unternehmen beeinträchtigt. Hier wolle die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban nationale Champions aufbauen. Ausländische Investoren würden deshalb benachteiligt - von Preisobergrenzen bis hin zu schikanösen Kontrollen in Geschäften.

"Unabhängig vom Ausgang der Parlamentswahlen im April erwarten wir von jeder ungarischen Regierung, dass die Investitionssicherheit in allen Branchen wiederhergestellt wird", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Philipp Haußmann. "Es geht hier nicht nur um Ungarn, sondern um die Funktionsfähigkeit des europäischen Binnenmarkts." Gesunken sind im vergangenen Jahr auch die deutschen Exporte nach Ungarn. Diese schrumpften um rund fünf Prozent auf knapp 31 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Insgesamt erhöhten sich die deutschen Exporte in die Ost-Ausschuss-Region - zu der 29 Länder gehören - um 3,3 Prozent auf 288 Milliarden Euro. Als Tempomacher gilt Polen, das sich als viertgrößter Absatzmarkt Deutschlands vor Italien und China etabliert hat. Die Ausfuhren in das östliche Nachbarland nahmen im vergangenen Jahr um fast sieben Prozent auf rund 100 Milliarden Euro zu. Orban hat zuletzt auch politisch für Verstimmung gesorgt. Die ungarische Regierung blockiert neue Hilfen für die Ukraine sowie ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland.

Quelle: ntv.de

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