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Neuer Höchststand erreichtPolitisch motivierte Straftaten in Sachsen-Anhalt steigen 2025 auf 4144 Fälle

28.04.2026, 16:23 Uhr
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Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Sachsen-Anhalt hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht.

Wie das Landesinnenministerium in Magdeburg am Dienstag mitteilte, erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 4144 Fälle. Das waren 3,4 Prozent mehr als 2024. Damit sei der höchste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001 erreicht worden. Landesinnenministerin Tamara Zieschang (CDU) sprach von einem "ernstzunehmenden Warnsignal".

Den größten Anteil machten den Angaben zufolge erneut rechte Straftaten aus. Sie lagen bei rund 72,6 Prozent aller Fälle. Insgesamt wurden 3007 rechts motivierte Delikte gezählt, ein Anstieg von drei Prozent gegenüber 2024. Besonders häufig handelte es sich um Propagandadelikte wie das Verwenden verbotener Kennzeichen.

Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten ging insgesamt hingegen zurück. Im vergangenen Jahr wurden 130 Fälle registriert - rund 14 Prozent weniger als 2024. Die meisten davon waren Körperverletzungen.

Auffällig bleibe der hohe Anteil junger Tatverdächtiger, hieß es in der Mitteilung weiter. Etwa 27 Prozent aller Tatverdächtigen waren Jugendliche. Die Zahl der tatverdächtigen Heranwachsenden lag bei elf Prozent. Zieschang bezeichnete dies als "alarmierend" und verwies auf zunehmende Radikalisierung über soziale Medien.

Auch die Zahl linksmotivierter Straftaten stieg. Insgesamt wurden 314 Fälle registriert, was einem Plus von gut 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Ihr Anteil an der politisch motivierten Kriminalität lag damit bei 7,6 Prozent.

Darüber hinaus nahmen antisemitische Straftaten deutlich zu. Mit 158 Fällen lagen sie mehr als 36 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Großteil wurde dem rechten Spektrum zugeordnet.

"Jede politisch motivierte Gewalttat ist ein Angriff auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung", erklärte Zieschang. "Es muss mit aller Konsequenz und Entschlossenheit gegen jegliche Form des Extremismus vorgegangen werden."

Quelle: ntv.de, AFP

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