Dreikampf um Nachfolge PetrosPräsidentschaftswahl in Kolumbien

In Kolumbien hat am Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahl begonnen.
Die Wähler haben die Wahl zwischen einem linken Senator, der die Reformen der aktuellen Regierung fortführen will, einem parteilosen Geschäftsmann, der ein hartes Vorgehen gegen die Kriminalität verspricht, und einer rechten Senatorin, die das erste weibliche Staatsoberhaupt des südamerikanischen Landes werden möchte. Mehr als 40 Millionen Kolumbianer sind wahlberechtigt. In Umfragen führt der 63-jährige linke Senator Ivan Cepeda. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass er im ersten Wahlgang die für einen direkten Sieg erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Experten zufolge dürfte er im Juni in die Stichwahl gehen müssen. Diese könnte weitaus knapper ausfallen, falls sich das konservative und bürgerliche Lager auf einen gemeinsamen Kandidaten einigt.
Cepeda, Sohn eines ermordeten kommunistischen Politikers, verspricht Friedensverhandlungen mit illegalen bewaffneten Gruppen – eine Politik, die unter dem amtierenden Präsidenten Gustavo Petro bislang kaum Fortschritte verzeichnet hat. Zudem plant er Reformen zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, darunter Steuererhöhungen für Spitzenverdiener, die Übergabe von einer Million Hektar Land an Opfer des jahrzehntelangen innerstaatlichen Konflikts sowie den Ausbau der Gesundheitsversorgung. Der 47-jährige Anwalt und Geschäftsmann Abelardo De La Espriella liegt in den Umfragen dicht hinter Cepeda. Er bekleidete noch nie ein politisches Amt. De La Espriella präsentiert sich als politischer Außenseiter und fordert ein hartes Vorgehen gegen bewaffnete Banden sowie den Bau von zehn neuen Gefängnissen. Er warnt vor einer Fortsetzung der umstrittenen Wirtschaftspolitik Petros unter Cepeda, wie etwa einem Verbot neuer Ölprojekte.
Den dritten Platz in den Umfragen belegt Paloma Valencia. Die Senatorin wird vom ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe unterstützt und gilt als führende Kandidatin des rechten Lagers. Ihr Programm ähnelt in Teilen dem von De La Espriella und sieht ein hartes Vorgehen gegen Korruption, Drogenhandel und bewaffnete Gruppen vor. Sie befürwortet zudem Steuersenkungen für Unternehmen, um Arbeitsplätze zu schaffen, sowie Sozialprogramme, die durch eine Wiederaufnahme der Öl- und Gasexploration finanziert werden sollen. Erste verlässliche Ergebnisse werden gegen 20.00 Uhr Ortszeit erwartet.