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Prognose zum ImmobilienmarktPreise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen laut Experten künftig stärker als die Inflation

06.03.2026, 09:41 Uhr
Altbauten-Breslauer-Platz-Friedenau-Berlin-Deutschland
(Foto: picture alliance /)

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland werden Experten zufolge in den kommenden Jahren deutlicher steigen als die Inflation.

Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Immobilienanalysten zufolge werden sie in diesem Jahr um 3,3 Prozent zulegen. Für 2027 und 2028 wird ein Plus von jeweils drei Prozent vorhergesagt. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise dürften nur um jeweils etwa zwei Prozent steigen. Damit verschlechtert sich die Erschwinglichkeit für Erstkäufer weiter, während die Mieten zugleich hoch bleiben dürften.

Der deutsche Immobilienmarkt hatte sich im vergangenen Jahr von seinem schlimmsten Einbruch seit Jahrzehnten erholt. Die Preise stiegen seit einem Tiefpunkt Anfang 2024 um fast sechs Prozent. Zudem legten die Baugenehmigungen 2025 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder zu, was auf eine anhaltende Erholung hindeutet.

Die Erholung ist jedoch fragil. "Die Verbraucher bleiben angesichts der großen Unsicherheit vorsichtig", sagte ING-Chefvokswirt Carsten Brzeski. Er verwies auf geopolitische Risiken, steigende Arbeitslosigkeit und langsameres Lohnwachstum. "Die Erschwinglichkeit bleibt ein Problem", betonte der Experte. "Das Risiko ist hoch, dass das Durchschnittsalter von Erstkäufern weiter steigen wird."

Eine große Mehrheit der befragten Analysten – zehn von zwölf – geht davon aus, dass sich die Lage für Erstkäufer im kommenden Jahr verschlechtern wird. Sie gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen für den Rest des Jahres stabil halten wird.

Verschärft wird die Lage durch einen massiven Wohnungsmangel. Einem Frühjahrsgutachten von Immobilienexperten zufolge werden in diesem Jahr voraussichtlich nur etwas mehr als 200.000 neue Wohnungen gebaut. Dies liegt weit unter dem eigentlichen Bedarf. Eine Studie des Pestel-Instituts bezifferte die Lücke auf 1,4 Millionen Wohnungen.

Quelle: ntv.de, rts

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