Das erste Mal seit 2021Putin erwägt Teilnahme am G20-Gipfel in Miami

Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt nach Angaben des Kremls eine Teilnahme am G20-Gipfel im Dezember in Miami.
Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt nach Angaben des Kremls eine Teilnahme am G20-Gipfel im Dezember in Miami. Gastgeber Trump sagte am Donnerstag vor Reportern in Washington, wenn Putin zu dem Gipfel käme, wäre das "hilfreich". Es sei ein Fehler gewesen, Russland aus der G8 auszuschließen. Putin wäre im Falle einer Teilnahme das erste Mal seit 2021 wieder Teil der G20. Viele westliche Länder dürften eine Einladung Putins äußerst kritisch sehen angesichts des seit Jahren andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und des internationalen Haftbefehls gegen Putin. Die USA erkennen den Haftbefehl allerdings nicht an.
"Präsident Putin wird vielleicht als G20-Mitglied nach Miami reisen, vielleicht aber auch nicht, oder es wird ein anderer russischer Vertreter reisen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen. In jedem Fall werde Russland angesichts der sich weltweit entwickelnden Krisen angemessen auf dem Gipfel vertreten sein. Zuvor hatte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Pankin russischen Nachrichtenagenturen gegenüber gesagt, dass Russland eingeladen wurde, auf höchster Ebene teilzunehmen. Ein mit der Angelegenheit vertrauter Mitarbeiter der US-Regierung bestätigte am Freitag die Einladung Russlands.
Die "Washington Post" hatte am Donnerstag berichtet, dass Trump eine Einladung Putins erwäge. Auf Nachfrage hatte der US-Präsident allerdings gesagt, dass er von einer Einladung Russlands nichts wisse. Er bezweifle zudem, dass Putin kommen würde. Trump bezeichnete es als einen Fehler, dass Russland nicht mehr Teil der G8 sei.
Seit 2023 gibt es einen internationalen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen den russischen Präsidenten. Ihm werden Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit der Verschleppung hunderter Kinder aus der Ukraine vorgeworfen. Der IStGH verpflichtet die mehr als 120 Mitgliedstaaten des Gerichtshofs - darunter Deutschland - Putin festzunehmen und ihn zur Gerichtsverhandlung nach Den Haag zu überstellen, sollte er ihr Territorium betreten. Die USA, China und Russland erkennen das Gericht nicht an und kritisieren die Haftbefehle gegen amtierende Staats- und Regierungschefs.