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Radikaler UmbauUS-Zahlungsdienstleister Block streicht fast die Hälfte der Stellen wegen KI-Neuausrichtung

27.02.2026, 12:22 Uhr
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Der US-Zahlungsdienstleister Block streicht im Zuge einer radikalen Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz (KI) fast die Hälfte seiner Stellen.

Das vom Twitter-Gründer Jack Dorsey geführte Unternehmen kündigte nach US-Börsenschluss am Donnerstag den Abbau von mehr als 4000 Arbeitsplätzen an. Dorsey begründete den Einschnitt mit dem fundamentalen Wandel durch KI: "Ein deutlich kleineres Team kann mit den Instrumenten mehr machen und das besser", erläuterte er. "Ich glaube nicht, dass wir mit dieser Erkenntnis früh dran sind. Ich glaube, die meisten Unternehmen sind spät dran." Der Schritt zeigt, wie KI bei Unternehmen konkret zum Abbau von Stellen führen kann. Er nährt damit langgehegte Befürchtungen von Arbeitnehmern und Ökonomen, dass die Technologie zwar Produktivität und Gewinne steigert, aber gleichzeitig Arbeitsplätze vernichtet. An der Börse sorgte die Ankündigung für Begeisterung: Die Block-Aktie schoss im nachbörslichen Handel um 25 Prozent nach oben.

In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X führte Dorsey weiter aus, Block habe sich für einen Jobabbau im Zuge einer einzigen, tiefen Einschnittrunde entschieden, anstatt über die Zeit hinweg mehrere Kündigungswellen vorzunehmen. Er wolle den Schritt lieber "ehrlich und zu unseren eigenen Bedingungen" gehen, als später dazu gezwungen zu werden. Analysten von Evercore ISI bezeichneten den Stellenabbau als "bahnbrechenden Moment" in der KI-Ära. Er gebe einen Vorgeschmack darauf, wie die Technologie die Unternehmenswelt grundlegend verändern könnte. Für den Umbau rechnet Block mit Kosten zwischen 450 Millionen und 500 Millionen Dollar.

Operativ lief es für den Finanzdienstleister im abgelaufenen Quartal rund. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember auf 65 Cent, verglichen mit 47 Cent im Vorjahreszeitraum. Der Bruttogewinn legte um 24 Prozent zu. Maßgeblich dafür war ein Plus von 33 Prozent bei der Cash App, über die Nutzer Geld versenden können. Block hob seine Prognose für das Bruttogewinnwachstum im Gesamtjahr 2026 von 17 auf 18 Prozent an. Analysten von Truist führten den Kurssprung der Aktie auf die Hoffnung zurück, dass der Stellenabbau im Jahr 2026 zu höheren Margen sorgen werde als bislang erwartet.

Quelle: ntv.de, rts

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