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"Bild könnte sich bald ändern"Reallöhne im ersten Quartal um 1,8 Prozent gestiegen

28.05.2026, 08:53 Uhr
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Trotz der zuletzt sprunghaft gestiegenen Inflation infolge des Iran-Kriegs sind die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer im ersten Quartal gestiegen. (Foto: dpa)

Trotz der zuletzt sprunghaft gestiegenen Inflation infolge des Iran-Kriegs sind die Reallöhne der deutschen Arbeitnehmer im ersten Quartal gestiegen.

Die Bruttomonatslöhne einschließlich Sonderzahlungen wuchsen von Januar bis März um durchschnittlich 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Wird der Anstieg der Verbraucherpreise von rund 2,2 Prozent abgezogen, bleibt davon ein Reallohnzuwachs von etwa 1,8 Prozent übrig.

Damit setzte sich der seit rund drei Jahren währende Aufwärtstrend fort, nachdem es insbesondere 2022 wegen der hohen Inflation infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine einen starken Einbruch gegeben hatte. "Doch das Bild könnte sich schon bald wenden", sagte der Entgeltexperte aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Malte Lübker.

"Falls die Inflation im Zuge des Iran-Kriegs das Lohnwachstum überholt, sinkt die Kaufkraft der Beschäftigten wieder." Hohe Kraftstoffpreise als Folge des seit Ende Februar währenden Iran-Kriegs haben die Inflation im April auf 2,9 Prozent getrieben – den höchsten Stand seit Anfang 2024. Ein Impuls beim privaten Konsum wäre ein wichtiger Beitrag dazu, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr nicht stagniert. "Voraussetzung dafür ist wiederum eine positive Kaufkraftentwicklung", sagte Lübker.

Überdurchschnittliche Steigerungen der Bruttolöhne meldeten die Statistiker im ersten Quartal für die Bereiche Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (+6,9 Prozent), Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+6,5 Prozent) und Energieversorgung (+5,9 Prozent). Dagegen fiel der Zuwachs in den Bereichen Erziehung und Unterricht (+3,5 Prozent), Baugewerbe (+2,9 Prozent) und Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (+0,1 Prozent) vergleichsweise gering aus.

Geringverdienende kamen auf einen überdurchschnittlichen Lohngewinn. Das Fünftel mit den geringsten Verdiensten kam auf ein durchschnittliches Plus von 7,0 Prozent. Für das oberste Fünftel fiel der Nominallohnanstieg mit 3,5 Prozent halb so stark aus.

Quelle: ntv.de, rts

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