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Debatte um RentenreformRentenkürzungen treffen auch junge Arbeitnehmer besonders stark

16.04.2026, 15:48 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Einschnitte bei der Rente treffen nicht nur ältere Menschen, sondern auch und gerade jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Geforderte Maßnahmen wie ein höheres Renteneintrittsalter oder eine Absenkung des Rentenniveaus seien anders als häufig behauptet "kein Beitrag für mehr Generationengerechtigkeit", warnen die Autorinnen und Autoren.

"Bei systematischer Prüfung zeigen sich keine entsprechend positiven Effekte für die Jüngeren, zum Teil wirken sie sogar in entgegengesetzter Richtung", erklärte die Böckler-Stiftung. Bei Umsetzung mancher solcher Ideen würde demnach die interne Rendite, also das Verhältnis von eingezahlten Beiträgen und empfangenen Rentenzahlungen, auch und gerade bei Jüngeren leiden.

Positive Wirkungen sowohl für ältere als auch für jüngere Menschen seien hingegen vor allem durch Maßnahmen zu erwarten, die zu mehr Erwerbstätigkeit in Deutschland führen, "etwa eine höhere Zuwanderung oder eine stärkere Erwerbsbeteiligung bisher nicht erwerbstätiger Personen", hieß es weiter. Erstellt wurde die Studie durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zusammen mit Forschenden der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin).

Untersucht wurde die Wirkung einer behutsamen Anhebung der Regelgrenze für den Renteneintritt auf 68 Jahre bis zum Jahr 2056. Zwar könne dies den Beitragsanstieg in der gesetzlichen Rentenversicherung dämpfen, damit einhergehen würde jedoch ein Renditeverlust für alle Menschen ab etwa dem Geburtsjahrgang 1970. Am stärksten wären die Einbußen für um das Jahr 1980 Geborene, aber auch jüngere Versicherte würden laut der Studie schlechter gestellt.

Quelle: ntv.de, AFP

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