Pressefreiheit unter DruckReporter ohne Grenzen: Lage für Journalisten weltweit so schlecht wie nie in 25 Jahren

Weltweit hat sich die Situation für Journalistinnen und Journalisten weiter verschlechtert.
Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist die Situation in mehr als der Hälfte aller Länder "schwierig" oder "sehr ernst". Wie die Organisation in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht erklärte, haben sich besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen für Medienschaffende verschlechtert. "Journalismus wird weltweit immer häufiger kriminalisiert", beklagt Reporter ohne Grenzen.
Nur in sieben Ländern in Nordeuropa stuft Reporter ohne Grenzen die Situation als "gut" ein. Zum zehnten Mal in Folge steht Norwegen auf Platz 1. Die Niederlande schoben sich an Estland vorbei auf den zweiten Rang und sind damit das bestplatzierte EU-Land. Dänemark rückte um zwei Plätze auf Rang 4 vor.
Deutschland belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit Rang 14, ein Rückgang um drei Plätze. Grund dafür ist laut Reporter ohne Grenzen vor allem, dass Journalistinnen und Journalisten auf der Straße und im Internet "wachsenden Bedrohungslagen ausgesetzt sind". Aus Redaktionen wurde demnach zudem immer wieder geschildert, "dass polarisierte Themen wie die Nahost-Berichterstattung zu erschwerten Arbeitsbedingungen führten".
In mehreren Ländern sind Kriege und bewaffnete Konflikte dem Bericht zufolge maßgeblich für den Niedergang der Pressefreiheit verantwortlich. Israel ist vor allem wegen des Gaza-Krieges um vier Plätze auf Rang 116 abgerutscht. Seit Oktober 2023 wurden im Gazastreifen nach Angaben von Reporter ohne Grenzen mehr als 220 Journalistinnen und Journalisten durch Angriffe der israelischen Armee getötet, darunter mindestens 70 bei der Ausübung ihrer Arbeit.
Russland, das auf Platz 172 liegt, tötet in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine auch "immer wieder gezielt" Journalistinnen und Journalisten, wie Reporter ohne Grenzen erklärte. Derzeit sitzen demnach 48 Medienschaffende in russischen Gefängnissen, davon 26 aus der Ukraine.