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20 Journalisten festgenommenReporter ohne Grenzen verurteilt "Verfolgung" von türkischem Journalisten durch Justiz

05.11.2025, 18:02 Uhr
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(Foto: imago/Müller-Stauffenberg)

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) Reporter ohne Grenzen hat die sofortige Freilassung des türkischen Journalisten Merdan Yanardag gefordert. Die Organisation kritisierte in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung die "Verfolgung durch die Justiz" des Chefredakteurs des oppositionellen Fernsehsenders Tele1, welche zum Ziel habe, ihn "zum Schweigen" zu bringen. Yanardag werde bereits zum vierten Mal binnen fünf Jahren verfolgt, hieß es.

Der 66-Jährige war am 24. Oktober im Rahmen einer Untersuchung gegen den inhaftierten ehemaligen Bürgermeister und beliebten Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu unter dem Vorwurf der "Spionage" zum vierten Mal festgenommen worden. Seit zehn Tagen sitzt Yanardag im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul, in dem zahlreiche Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan eingesperrt sind. Auch Imamoglu, der wichtigste Rivale Erdogans, ist in Silivri inhaftiert. Der Sender Tele1 - gegen den zuvor bereits Strafen verhängt worden waren - wurde nach Yanardags Festnahme unter die Kontrolle der Regierungsbehörden gestellt. Dutzende Mitarbeiter wurden entlassen.

Die Justiz müsse "dieser gerichtlichen Verfolgung ein für alle Mal ein Ende setzen und Merdan Yanardag freilassen", forderte der Vertreter von Reporter ohne Grenzen in der Türkei, Erol Önderoglu. Zudem habe das Verfassungsgericht Yanardag gerade 166.500 türkische Lira (etwa 3400 Euro) Schadenersatz für seine "unrechtmäßige Inhaftierung" vom 27. Juni bis zum 4. Oktober 2023 zugesprochen, erklärte Önderoglu weiter. Der zunehmend autokratisch regierende Präsident Erdogan geht mit Härte gegen seine Widersacher vor, darunter auch bestimmte Pressevertreter. Seit Beginn des Jahres wurden 20 Journalisten festgenommen, drei von ihnen sind immer noch in Gewahrsam, drei weitere stehen unter Hausarrest.

Vier Journalisten, die während der durch die Verhaftung Imamoglus ausgelösten Protestwelle im März festgenommen worden waren, müssen Ende November erneut vor Gericht erscheinen. Reporter ohne Grenzen ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Pressefreiheit einsetzt. Auf einer von der Organisation erstellten Liste zur Pressefreiheit in 180 Ländern rangiert die Türkei auf Platz 159.

Quelle: ntv.de, AFP

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