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Insider warnt:Russisches Staatsdefizit könnte 2026 mehr als doppelt so hoch ausfallen wie geplant

04.02.2026, 14:32 Uhr
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(Foto: IMAGO/ITAR-TASS/Alexander Shcherbak)

Das russische Staatsdefizit könnte einem Insider zufolge in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch ausfallen wie offiziell geplant.

Sinkende Öleinnahmen durch geringere indische Käufe und hohe Preisabschläge sowie unerwartet hohe Ausgaben könnten den Fehlbetrag auf 3,5 bis 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen lassen, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Geplant sind bislang 1,6 Prozent. Die Person berief sich auf Berechnungen von Ökonomen eines regierungsnahen Instituts, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt seien.

"Die Haushaltslage verschlechtert sich dramatisch", sagte der Insider. "Die Einnahmen werden niedriger und die Ausgaben höher ausfallen." Die Berechnungen gehen davon aus, dass der seit nunmehr fast vier Jahren währende Krieg gegen die Ukraine auch 2026 andauern und die westlichen Sanktionen in Kraft bleiben werden. Die Schätzungen gehen von einem Anstieg der Ausgaben um zwischen 4,1 und 8,4 Prozent aus, während die gesamten Haushaltseinnahmen um sechs Prozent sinken dürften.

Russlands Staatseinnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft haben sich im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat halbiert. Sie fielen auf 393,3 Milliarden Rubel (4,3 Milliarden Euro) und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2020, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Finanzministeriums hervorgeht. Damals hatte die Corona-Pandemie für einen Einbruch gesorgt. Als Gründe für den aktuellen Rückgang wurden niedrigere Rohölpreise und ein stärkerer Rubel genannt. Dem Insider zufolge könnten die Energieeinnahmen im laufenden Jahr um 18 Prozent geringer ausfallen als bislang geplant.

Die Berechnungen der Institute wurden erstellt, bevor US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe Indien überzeugt, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Sie basierten jedoch bereits auf der Annahme eines Rückgangs der indischen Käufe um 30 Prozent. Die Einnahmeverluste fallen in eine Zeit, in der Russland und die Ukraine unter US-Vermittlung in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkte Gespräche führen. Westliche Sanktionen gegen den russischen Energiesektor haben dazu geführt, dass russisches Öl mit Abschlägen von mehr als 20 Prozent gegenüber internationalen Referenzpreisen gehandelt wird.

Der Insider erklärte, ein höheres Defizit sei "keine Katastrophe". Es erfordere aber eine Reaktion der Finanzbehörden. Analysten schätzen, dass die Haushaltsreserven des Landes von derzeit 4,1 Billionen Rubel (gut 45 Milliarden Euro) bei der gegenwärtigen Entwicklung binnen eines Jahres erheblich aufgebraucht sein könnten.

Quelle: ntv.de, rts

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