"Vollständige Befreiung"Russland: Eroberung der Region Donezk als oberstes Ziel

Russland konzentriert sich bei seinem Militäreinsatz in der Ukraine derzeit auf die "vollständige Befreiung" der ostukrainischen Region Donezk. "Die Situation an der Frontlinie hat sich stabilisiert und die Hauptanstrengungen unserer Truppen konzentrieren sich nun auf die komplette Befreiung des Gebiets der Volksrepublik Donezk", sagte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow. Russland hatte erklärt, die ukrainische Region Donezk annektiert zu haben.
Gerassimow sagte außerdem, die Frontlinie mit den ukrainischen Streitkräften sei derzeit 815 Kilometer lang. Insgesamt hätten russische Truppen "mehr als 1300 kritische Ziele" in der Ukraine getroffen. Dies habe das "Kampfpotenzial der ukrainischen Streitkräfte erheblich reduziert".
Er wies darauf hin, dass russische "Hyperschall-Raketen zum ersten Mal unter Kampfbedingungen eingesetzt wurden", darunter auch Kinschal-Raketen. Auch künftig werde "kritische Transport- und Energie-Infrastruktur tief im ukrainischen Territorium" Ziel sein.
Nach mehreren erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensiven führt Russland seit Wochen regelmäßig Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine aus. Zuletzt konzentrierten sich die Kämpfe auf den Osten des Landes, insbesondere die Stadt Bachmut.
Gerassimow erklärte zudem, die für diese und kommende Woche geplanten Marineübungen von Russland und China im Ostchinesischen Meer seien eine "natürliche Reaktion" auf die "aggressive" Haltung der USA in der Region. Die Übungen stünden in "strikter Übereinstimmung mit dem Völkerrecht".
Das Ziel der Übungen sei es, die Kampffähigkeit der Streitkräfte beider Länder zu erhöhen und ihre Fähigkeit zu verbessern, neuen Herausforderungen und Bedrohungen standzuhalten, sagte Gerassimow.
Moskau und Peking hätten nicht die Absicht, "Allianzen" oder "neue Spaltungen" in der Region zu schaffen, wie Washington es getan habe, sagte Gerassimow.
Am Montag hatte Russland angekündigt, dass mehrere seiner Kriegsschiffe vom vergangenen Mittwoch bis zum kommenden Dienstag an Übungen der chinesischen Marine teilnehmen werden. Auf dem Programm stehen auch das Abfeuern von Raketen sowie Artillerie und die Abwehr von U-Booten, wie das russische Verteidigungsministerium zu Wochenbeginn erklärt hatte.
Russland versucht seit den vergangenen Monaten, seine Beziehungen zu asiatischen Staaten, insbesondere China, angesichts der westlichen Sanktionen gegen das Land wegen seiner Offensive in der Ukraine zu stärken.