Kurznachrichten

Grund sei der EU-Kurs ArmeniensRussland ruft Botschafter zu "Beratungen" nach Moskau zurück

30.05.2026, 14:55 Uhr
Ein-russisches-Flugzeug-ist-abgestuerzt
Ein russisches Flugzeug ist abgestürzt. (Symbolbild) (Foto: Annette Riedl/dpa)

Angesichts der zunehmenden Annäherung Armeniens an die EU hat Russland seinen Botschafter in Eriwan zu "Beratungen" nach Moskau zurückgerufen.

Angesichts der zunehmenden Annäherung Armeniens an die EU hat Russland seinen Botschafter in Eriwan zu "Beratungen" nach Moskau zurückgerufen. "Russlands Botschafter in der Republik Armenien, S. Kopyrkin, wurde zu Konsultationen nach Moskau zurückgerufen", erklärte das russische Außenministerium am Samstag. Grund dafür sei, dass "die Maßnahmen der armenischen Führung zur Annäherung an die Europäische Union die Zusammenarbeit innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion untergraben".

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die traditionell mit Russland verbündete Ex-Sowjetrepublik Armenien zuvor wegen ihrer Annäherung an Europa scharf kritisiert. Das "ukrainische Szenario" habe mit dem Versuch Kiews begonnen, der EU beizutreten, sagte der Kremlchef am Freitag bei einer Rede in Kasachstan. Armenien müsse sich zwischen der EU und der von Moskau geführten Eurasischen Wirtschaftsunion entscheiden, forderte Putin. Beides zu vereinen sei nicht möglich. Zudem forderte der russische Präsident Eriwan erneut auf, in dem Land ein Referendum über einen möglichen EU-Beitritt abzuhalten. Bereits vor Wochen hatte Putin erklärt, es sei "logisch", die Bürger Armeniens in einem Referendum selbst entscheiden zu lassen.

Armenien hatte 2024 seine Mitgliedschaft im von Russland geführten Militärbündnis OVKS gekündigt, nachdem Moskau das Land in dessen Konflikt mit Aserbaidschan nicht verteidigt hatte. Armenien bekundete zudem in jüngster zeit zunehmend Interesse an einem EU-Beitritt und empfing Anfang Mai dutzende Staats- und Regierungschefs anlässlich des Gipfels der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG), darunter auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Im Anschluss fand in Eriwan ein Gipfeltreffen zwischen der EU und Armenien statt. In Armenien wird am kommenden Wochenende ein neues Parlament gewählt. Regierungschef Nikol Paschinjan, der Beziehungen sowohl zu Russland als auch zum Westen pflegt, hofft auf seine Wiederwahl.

Quelle: ntv.de, afp

Regionales