Ukraine-KriegRussland schließt polnisches Konsulat in Kaliningrad

Warschau (AFP) - Zwei Monate nach der Schließung des russischen Konsulats im polnischen Krakau hat Russland seinerseits die Schließung des polnischen Konsulats in der Exklave Kaliningrad angekündigt. Zur Begründung nannte das russische Außenministerium "ungerechtfertigte und feindselige Handlungen der polnischen Seite". Der polnische Geschäftsträger in Russland wurde demnach bereits über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt.
Warschau erklärte, es werde auf die Entscheidung Moskaus "angemessen" reagieren. Das polnische Außenministerium habe die Möglichkeit dieser Entscheidung Russlands bereits einkalkuliert, sagte ein Sprecher. Dies bedeute jedoch nicht, dass es eine "legitime Entscheidung" sei.
Polen hatte die Schließung des russischen Konsulats in Krakau im Mai bekanntgegeben und sie mit Sabotagevorwürfen gegen Moskau begründet. Die polnische Regierung macht russische Geheimdienste für den Brand eines Einkaufszentrums in Warschau im Mai 2024 verantwortlich, bei dem rund 1400 Läden zerstört wurden. Die Brandstiftung wurde nach Aussage von Regierungschef Donald Tusk von "russischen Spezialdiensten" angeordnet.
Im Mai 2024 hatte Polen die Bewegungsfreiheit russischer Diplomaten auf polnischem Staatsgebiet eingeschränkt und dies mit der "Verwicklung" russischer Diplomaten in einen "hybriden Krieg" begründet. Im Oktober 2024 ordnete Polen dann die Schließung des russischen Konsulats im westpolnischen Posen an. Im Januar 2025 schloss Russland daraufhin das polnische Konsulat in St. Petersburg.
Die historisch belasteten und seit vielen Jahren angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Nato-Mitglied Polen hatten sich seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 weiter massiv verschlechtert. Beide Seiten haben Dutzende Diplomaten ausgewiesen und jeweils die Schließung von Konsulaten angeordnet.
Polen ist ein treuer Verbündeter der Ukraine und seit Beginn des Konflikts ein wichtiger Transitpunkt für westliche Waffen, die in die Ukraine geliefert werden. Warschau hat Moskau bereits mehrfach vorgeworfen, hinter Spionage- und Sabotageversuchen auf seinem Territorium zu stecken.