Wahlen in KolumbienSicherheitskräfte töten Stellvertreter von Staatsfeind Nummer eins

Kurz vor Stichwahl um die Präsidentschaft in Kolumbien haben Sicherheitskräfte den Stellvertreter des Guerilla-Anführers Iván Mordisco getötet.
Der unter dem Kampfnamen "Marlon" bekannte Vize des Staatsfeindes Nummer eins "ist im Kampf gefallen", teilte Staatschef Gustavo Petro am Samstag (Ortszeit) im Onlinedienst X mit. Bei "Marlon" habe es sich um "den gefährlichsten Mörder, Terroristen und Anwerber von Minderjährigen im Südwesten des Landes" gehandelt, erklärte Verteidigungsminister Pedro Sánchez.
Mordisco gilt als meistgesuchter Krimineller Kolumbiens. Er ist der Anführer der Guerilla-Gruppe EMC, die aus den früheren FARC-Rebellen hervorgegangen war. "Marlon" wiederum war der EMC-Kommandeur in der südwestlichen Provinz Cauca und den Behörden zufolge für einen Bombenanschlag verantwortlich, bei dem im April 21 Menschen getötet worden waren.
"Das ist der schwerste Schlag, den wir den bewaffneten Mafia-Strukturen im Westen Kolumbiens versetzt haben", wo die EMC-Gruppe "besiegt wurde", erklärte Staatschef Petro weiter. Verteidigungsminister Sánchez bezeichnete den getöteten "Marlon" als "einen der international meistgesuchten Kriminellen", der auch auf US-Fahndungslisten gestanden habe.
In Kolumbien entscheiden die Bürger am Sonntag in einer Stichwahl über die Nachfolge Petros. Dabei tritt der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella gegen den linksgerichteten Iván Cepeda an. In Petros vierjähriger Amtszeit hatte sich die Sicherheitslage in Kolumbien deutlich verschlechtert.