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Firmen verschieben InvestitionenStandortkrise: Deutsche Autobranche fordert Reformen und EU-Hilfe

10.02.2026, 13:04 Uhr
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Die deutsche Autobranche steckt tief in der Krise (Archivbild).

Die Autobranche in Deutschland steckt nach eigener Einschätzung in einer tiefen Standortkrise und fordert Hilfe von der Europäischen Union.

Die Bedingungen in Deutschland und Europa verschlechterten sich zusehends, sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller. Viele Unternehmen verzichteten auf Investitionen in der EU oder verlagerten Investitionen ins Ausland. "Das Abwandern von Investitionen und Beschäftigung wird nicht ohne Konsequenz für den Wohlstand unseres Landes und für dessen gesellschaftliche und politische Stabilität bleiben."

Einer VDA-Umfrage zufolge sind die Investitionsabsichten der Zulieferer schwach. 72 Prozent der Unternehmen wollen demnach eigentlich geplante Investitionen in Deutschland verschieben, verlagern oder ganz streichen. Davon wollten 28 Prozent Investitionen ins Ausland verlagern, 19 Prozent streichen und 25 Prozent verschieben. Das habe Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Schon 2025 hätten rund zwei Drittel der befragten Unternehmen Beschäftigung in Deutschland abgebaut, hieß es. Derzeit gelte das noch für fast jedes zweite Unternehmen. Im Ausland würden im Gegenzug Stellen geschaffen oder die Zahl der Mitarbeiter zumindest stabil gehalten, hieß es unter Berufung auf die Umfrage unter Autozulieferern.

Der VDA forderte die Bundesregierung auf, sich in der EU für Erleichterungen einzusetzen. Müller sagte mit Blick auf die jüngsten Änderungen bei den Emissionsregelungen, die angekündigte technologische Öffnung dürfe von Brüssel nicht nur versprochen, sondern auch praktisch ermöglicht werden. Mit den aktuellen Vorschlägen könne Deutschland als Automobilnation nicht zufrieden sein. "Eine Reduzierung der CO2-Reduktion vorgeblich auf minus 90 Prozent, die gleichzeitig an Bedingungen und neue Auflagen gekoppelt wird, ist keine Entlastung und gibt auch keinerlei Planungssicherheit."

Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, das eigentlich für 2035 geplante Verbrenner-Aus aufzuweichen. Die CO2-Flottenemissionen müssen demnach bis 2035 nur noch um 90 Prozent sinken. Damit können auch nach diesem Datum noch einige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden. Allerdings müssen die Autobauer diese Emissionen unter anderem durch den Einsatz von grünem Stahl oder die Beimischung von klimaneutralen Kraftstoffen ausgleichen. Zugleich gelten für Flottenbetreiber, etwa Mietwagenfirmen, schärfere CO2-Regeln.

Quelle: ntv.de, rts

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