Trumps Memorandum birgt RisikenStudie warnt vor globalem Handelskrieg

Das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Memorandum über gegenseitigen Handel und Zölle erhöht einer Studie zufolge die Wahrscheinlichkeit eines globalen Handelskrieges. Zu diesem Schluss kommt die am Dienstag veröffentlichte Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade: "In dem Zoll-Konflikt sind längst nicht nur der Automobilsektor, Deutschland und die Europäische Union (EU) im Visier, sondern die ganze Welt", heißt es darin zur Erläuterung.
Demnach könnte das US-Memorandum dazu führen, dass der globale effektive Zollsatz in den USA um weitere 13 Prozentpunkte (pp) ansteigt. Der durchschnittliche Zollsatz für in die USA eingeführte EU-Produkte dürfte sich demnach von aktuell einem Prozent auf dann 14 Prozent erhöhen. "Das wären weitere Hiobsbotschaften für insbesondere deutsche Exporteure, für die der amerikanische Markt eine große Rolle spielt", sagt Françoise Huang, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. Die Handelsdefizite mit diversen Ländern seien den USA unter Präsident Trump ein Dorn im Auge: "Deshalb könnten sie mit dem Memorandum zu einem Rundumschlag ausholen, der viele Nationen an den Verhandlungstisch und zu Zugeständnissen an die USA zwingen soll", meint die Expertin. Besonders stark betroffen wären demnach Argentinien, Indien, Brasilien, Chile und Kenia mit möglichen Zollerhöhungen zwischen 23 und 34 Prozentpunkten. China könnten Zollerhöhungen von zwölf Prozentpunkten drohen.