Preisdruck lässt nachTankrabatt drückt Inflation in mehreren Bundesländern im Mai spürbar

Der von der Bundesregierung eingeführte Tankrabatt hat die Inflation in Deutschland im Mai voraussichtlich gedrückt.
Darauf deuten Daten aus den Bundesländern zu den Verbraucherpreisen hin. In Bayern fiel die Teuerungsrate von 2,9 Prozent im April auf 2,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen von 2,7 auf 2,4 Prozent, in Baden-Württemberg von 2,6 auf 2,4 Prozent und in Niedersachsen von 3,0 auf 2,7 Prozent. Das Statistische Bundesamt will ab 14.00 Uhr eine Schätzung zur bundesweiten Entwicklung abgeben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen bislang mit einer unveränderten Inflationsrate von 2,9 Prozent - einen höheren Wert gab es zuletzt Anfang 2024.
Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Um das Tanken für Verbraucher wie Unternehmen günstiger zu machen, wurde im Mai ein befristeter Tankrabatt eingeführt, der auch im Juni gilt. Er dämpft der Bundesbank zufolge die Inflation um etwa einen viertel Prozentpunkt. In Bayern etwa kosteten Kraftstoffe im Mai 8,6 Prozent weniger als im Vormonat, in NRW 6,5 Prozent weniger. "Bei den Kraftstoffpreisen machen sich die im April vom Bundestag beschlossenen Maßnahmen bemerkbar", betonte das Statistikamt des Freistaats. Verglichen mit Mai 2025 lag der Preisaufschlag in Bayern bei 16,6 Prozent.
In den kommenden Monaten wollen etwas weniger Unternehmen in Deutschland ihre Preise heraufsetzen. Das Barometer für deren Preiserwartungen fiel im Mai leicht auf 30,3 Punkte, von 31,3 im April, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Entwarnung geben die Forscher aber noch nicht. "Zwar lässt der Preisdruck etwas nach", sagte Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault. "Dennoch dürften die Produzenten- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten spürbar steigen." Teurere Energie und knappere Vorprodukte erhöhten die Produktionskosten. Diese würden von den Unternehmen an ihre Kunden weitergegeben.