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Laut InsidernThyssenkrupp könnte bald erste Schritte zur Abspaltung der Materials-Sparte einleiten

20.05.2026, 14:05 Uhr
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(Foto: IMAGO/Funke Foto Services)

Thyssenkrupp könnte Insidern zufolge schon bald konkrete Schritte zur Abspaltung seines milliardenschweren Handelsgeschäfts einleiten.

Der Industriekonzern prüfe die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung im Sommer, bei der die Anteilseigner über eine Verselbstständigung der Sparte Materials Services abstimmen könnten, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Thyssenkrupp könnte bereits im Juni beschließen, entsprechende Einladungen an die Anteilseigner zu versenden. Ein Aktionärstreffen könnte es damit Ende Juli oder im August geben. Reuters hatte bereits im Februar berichtet, dass Thyssenkrupp für Materials Services eine Änderung der Rechtsform prüft und eine Abspaltung der Sparte noch in diesem Jahr erfolgen könnte.

Konzernchef Miguel Lopez will das einst weit verzweigte Konglomerat in eine schlanke Holding umwandeln. Das Wasserstoffgeschäft mit der Tochter Nucera ist inzwischen ebenso an der Börse notiert wie die Rüstungsschmiede TKMS. Gespräche mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel International über einen Verkauf der Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe liegen aktuell auf Eis, das Geschäft will Thyssenkrupp erst einmal allein in die Spur bringen.

"Wir beabsichtigen unsere Segmente zu verselbstständigen, sobald sie eine ausreichend robuste wirtschaftliche Performance zeigen und kapitalmarktfähig aufgestellt sind", teilte das Unternehmen mit. "Das Segment Materials Services ist auf einem guten Weg dahin und wir sind zuversichtlich, dass Materials Services erfolgreich an den Kapitalmarkt gebracht werden kann – auch in einem herausfordernden Umfeld."

Wann genau dies geschehe, mache Thyssenkrupp – wie bei jeder geplanten Transaktion – auch vom Marktumfeld abhängig. Materials Services war im Geschäftsjahr 2024/25 auf einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gekommen. Die Sparte, die unter anderem Logistik- und Verarbeitungsdienstleistungen für Materialien wie Stahl und Kunststoffe anbietet, beschäftigt über 15.000 Menschen. In die Branche ist zuletzt Bewegung gekommen. So wird der kleinere Rivale Klöckner & Co vom US-Wettbewerber Worthington Steel geschluckt. 

Quelle: ntv.de, rts

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