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Protest gegen Gaza-KriegTürkei verhängt Blockade gegen israelische Schiffe und Flugzeuge

29.08.2025, 18:46 Uhr
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(Foto: dpa)

Die Türkei hat wegen des Kriegs im Gazastreifen ihre Häfen für israelische Schiffe gesperrt und weitere Beschränkungen für israelische Flugzeuge verhängt. "Wir haben unsere Häfen für israelische Schiffe geschlossen", sagte Außenminister Hakan Fidan am Freitag im türkischen Parlament. "Wir lassen keine Containerschiffe, die Waffen und Munition nach Israel transportieren, in unsere Häfen einlaufen, und wir lassen auch keine israelischen Flugzeuge in unseren Luftraum eindringen."

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP sagte ein diplomatischer Vertreter der Türkei, der Luftraum sei "für alle Flugzeuge, die Waffen (nach Israel) transportieren, und für offizielle Flüge Israels gesperrt". Die Sperrung des Luftraums gelte nicht für israelische Passagierflugzeuge, welche die Türkei überfliegen. Direkte Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern waren bereits ausgesetzt worden. Es war zunächst unklar, wann die verschärften Vorgaben in Kraft traten.

Im November hatte Ankara bereits der Maschine des israelischen Präsidenten Isaac Herzog den Überflug über die Türkei verweigert, so dass er seine Teilnahme an der Weltklimakonferenz in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku absagen musste. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu musste Berichten zufolge im Mai aus dem gleichen Grund einen Besuch in Baku absagen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind wegen des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen stark belastet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Israel vor, in dem Palästinensergebiet einen "Völkermord" zu begehen und bezeichnete das Land als "Terrorstaat". Im Mai brach die Türkei ihre Handelsbeziehungen zu Israel ab. "Kein anderes Land außer unserem hat seinen Handel mit Israel vollständig eingestellt", sagte Außenminister Fidan am Freitag im Parlament.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas befürwortete das Vorgehen der Türkei. Sie rief die "arabischen und islamischen Länder und die freien Nationen der Welt" auf, weitere "Strafmaßnahmen" gegen Israel zu verhängen und die Beziehungen zu dem Land abzubrechen. Israel müsse isoliert und dazu gezwungen werden, "den Völkermord und die Zerstörung des Gazastreifens zu beenden". Der Krieg im Gazastreifen war durch den Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1210 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Als Reaktion auf den Angriff geht Israel seither massiv militärisch in dem Küstenstreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die sich nicht unabhängig bestätigen lassen, bislang mehr als 63.000 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, AFP

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