Im JuliUS-Industrie verbucht deutliches Auftragsminus

Die US-Industrie hat im Juli ein deutliches Auftragsminus eingefahren. Die Bestellungen für langlebige Güter wie Flugzeuge und Maschinen sanken überraschend kräftig um 5,2 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang um 4,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni ein Plus von revidiert 4,4 Prozent gegeben hatte.
Ohne den Verkehrssektor ergab sich im Juli ein Auftragsplus von 0,5 Prozent, nach revidiert plus 0,2 Prozent im Juni. Experten hatten hier für den vergangenen Monat nur ein Plus von 0,2 Prozent erwartet.
Vor allem schwächere Flugzeugbestellungen hätten die Auftragsentwicklung belastet und zu einem unter den Erwartungen liegenden Wert geführt, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. "Da aber abseitig des volatilen Transportsektors ein überraschend hohes Plus verzeichnet wurde und auch die Bestellungen von Kapitalgütern gestiegen sind, dürften die konjunkturellen Sorgenfalten in den USA nicht größer werden." Der erneut niedrige Wert der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe von 230.000 dürfte damit einhergehend dazu führen, "dass die Zinserwartungen bezüglich der US-Notenbank nicht vollends verschwinden".
Im Kampf gegen die Inflation hat die US-Notenbank Fed die Leitzinsen seit Anfang 2022 von nahe null auf eine Spanne von inzwischen 5,25 bis 5,50 Prozent erhöht. Die Währungshüter wollen es von der Datenlage abhängig machen, ob sie auf ihrer nächsten Zinssitzung im September die Zinsen weiter anheben oder nicht. Investoren blicken nun gespannt auf das mehrtägige jährliche Notenbanksymposium in Jackson Hole. Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs erhoffen sie sich vor allem von einer Rede von Fed-Chef Jerome Powell, die Freitag erwartet wird.