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Kritik an politischem KursUmfrage: Politik orientiert sich bei Maßnahmen stärker an Bürgermeinung als an Experten

15.04.2026, 16:03 Uhr
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(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Die deutsche Politik lässt sich in ihren Entscheidungen zur Entlastung von den Folgen des Iran-Krieges mehr von den Wünschen der Bürger leiten, als von der Expertise von Fachleuten.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM), Miteigner der Konsumforschungsgesellschaft GfK.

"Aus ökonomischer Sicht gelten pauschale Steuersenkungen als ineffizient und nicht zielgerichtet. Aus Sicht der Bevölkerung dagegen sind allgemeine Maßnahmen offenbar nachvollziehbar, fair und unmittelbar wirksam", sagte Katharina Gangl, Direktorin Studien am NIM.

Bei einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Bundesbürgern Mitte März hätten nur sechs Prozent angegeben, der Staat solle sich möglichst aus dem Markt heraushalten. Nur 15 Prozent waren dafür, gezielt einkommensschwächere Haushalte mit staatlichen Maßnahmen zu stützen. 82 Prozent dagegen hielten zumindest eine der ergriffenen Maßnahmen der Bundesregierung für sinnvoll.

Viele Wirtschaftsexperten gehen hingegen davon aus, dass die temporäre Absenkung der Steuern auf Kraftstoffe nicht oder nur teilweise beim Verbraucher ankommt. Außerdem artikulierten Volkswirte aus Erfahrung mit zurückliegenden Krisen das Risiko, dass die steuerfreie Entlastungspauschale vor allem bei Besserverdienern, nicht aber bei sozial schwächeren Haushalten ankomme, wo sie am nötigsten gebraucht würde.

Die Umfrage zeigte, dass viele Menschen in Deutschland von dauerhaften Problemen auch in Deutschland durch den Krieg im Iran ausgehen - etwa durch eine verschärfte Sicherheitslage oder dauerhaft hohe Preise. Eine Mehrheit von 60 Prozent sprach sich dafür aus, dem Energieproblem durch den raschen Ausbau Erneuerbarer Energien zu begegnen. 39 Prozent waren dafür die Atomenergie zu reaktivieren, 53 Prozent glauben, die Nutzung eigener Gasquellen in der Nordsee könnte zur Lösung beitragen.

Quelle: ntv.de, dpa

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