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Sorge um SicherheitUnternehmen sehen deutsche Wirtschaft unzureichend auf Internet-Angriffe vorbereitet

11.02.2026, 10:21 Uhr
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Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Unternehmen nur unzureichend auf Angriffe von außen vorbereitet.

Bei einem Internetausfall könnten Unternehmen im Schnitt ihren Geschäftsbetrieb nur 20 Stunden aufrechterhalten, 21 Prozent der Firmen müssten die Arbeit sofort einstellen, teilte der Digitalverband Bitkom am Mittwoch in Berlin mit. Nur acht Prozent der Betriebe seien sich sicher, länger als 48 Stunden weiterarbeiten zu können. Der Verband hat dazu 604 Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern befragt. "Anfang Januar mussten nach einem Anschlag mehr als 100.000 Menschen in Berlin bei Minustemperaturen tagelang ohne Strom auskommen, mehr als 2000 Unternehmen waren betroffen", sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Sogenannte hybride Angriffe, die sich in einer Grauzone zwischen Krieg und Frieden abspielten, seien bereits Realität.

"Neben der Energieversorgung sind das Finanzwesen und die Kommunikation die neuralgischen Punkte der deutschen Wirtschaft", so Wintergerst. Rund 90 Prozent der befragten Firmen halten diese Bereiche für besonders gefährdet. Im Visier seien auch die Wasser- und Lebensmittelversorgung sowie das Gesundheitswesen und Telekommunikationseinrichtungen. "Zum notwendigen Schutz gehört zuallererst, es potenziellen Angreifern nicht unnötig leicht zu machen. Wir sollten darauf verzichten, Datenleitungen im Gigabit-Grundbuch öffentlich zugänglich zu verzeichnen, denn das bedeutet ein zusätzliches Risiko für Sabotageakte."

59 Prozent der Betriebe halten es für wahrscheinlich, selbst Ziel hybrider Angriffe zu werden. Zugleich hält sich aber kein Unternehmen für sehr gut darauf vorbereitet, nur zwölf Prozent für eher gut. 38 Prozent gaben an, eher schlecht vorbereitet zu sein, weitere 40 Prozent sind gar nicht vorbereitet. "Wir müssen die Lücke zwischen Gefahrenbewusstsein und Schutzniveau schnellstmöglich schließen", sagte der Bitkom-Präsident wenige Tage vor der Münchner Sicherheitskonferenz. Dazu gehörten alternative Kommunikationsmittel und Lieferanten, Backups von Daten, Ausweicharbeitsplätze sowie zusätzliche Lager. Über eine Notstromversorgung verfügen 20 Prozent, 30 Prozent wollen sie einrichten. Nur zehn Prozent halten regelmäßige Krisenübungen ab.

Quelle: ntv.de, rts

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