Eine Milliarde Euro zurückgezahltVerstaatlichter Gashändler Sefe zahlt weitere Staatshilfe zurück

Der verstaatlichte Gashändler Sefe hat weitere Staatshilfen an den Bund zurückgezahlt. Das Unternehmen überwies am Dienstag knapp 300 Millionen Euro, wie Sefe am Mittwoch mitteilte.
Damit summieren sich die Rückzahlungen seit 2024 auf fast eine Milliarde Euro. Sefe erfüllt damit eine zentrale Bedingung der EU-Kommission für die staatliche Rettung des Konzerns. Die Bundesregierung hatte den Konzern, der früher Gazprom Germania hieß, in der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mit 6,3 Milliarden Euro gestützt, um die Gasversorgung für Stadtwerke und Industriekunden zu sichern.
"Die vergangenen drei Jahre zeigen, dass das Geschäftsmodell von SEFE selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen verlässlich hohe Rückzahlungen an den Bund ermöglicht", sagte Vorstandschef Egbert Laege. Das Unternehmen verfüge nun über eine solide Ausgangsbasis für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung einschließlich einer erfolgreichen Privatisierung.
In der Energiekrise 2022 waren Sefe und der Düsseldorfer Gasversorger Uniper für insgesamt 20 Milliarden Euro verstaatlicht worden. Die EU-Kommission hatte die Hilfen genehmigt, die Rekapitalisierung jedoch an klare Auflagen geknüpft. Dazu gehört die Rückführung von Mitteln bei entsprechender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Für ihre Reprivatisierung hat die EU-Kommission eine Frist bis Ende 2028 gesetzt.
Sefe (Securing Energy for Europe) ist einer der größten Energiehändler Deutschlands und spielt eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit. Zum Geschäft gehören der Handel mit Erdgas und Strom sowie der Betrieb wichtiger Gasspeicher, darunter der größte Speicher Westeuropas im niedersächsischen Rehden. Seit dem Ausbleiben russischer Pipeline-Lieferungen ist Sefe ein entscheidender Akteur bei der Beschaffung von Gas auf dem Weltmarkt.