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"Fiber to the Home"Vodafone steigt in das Glasfaser-Geschäft ein

17.10.2022, 10:05 Uhr
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(Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Der Datenbedarf steigt im Internetzeitalter rapide, eine stabile Übertragung ist für viele Menschen enorm wichtig. Glasfaser gilt dabei als Technologie der Zukunft. Mit einiger Verspätung nimmt nun auch Vodafone Kurs auf "Fiber to the Home".

Nach der Deutschen Telekom und anderen Internetanbietern will auch der Telekommunikationskonzern Vodafone in Deutschland im großen Stil in den Glasfaser-Ausbau einsteigen. Mit der Luxemburger Finanzholding Altice wolle man ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, das binnen sechs Jahren bis zu sieben Milliarden Euro investieren werde, teilte Vodafone mit. Das Ziel ist es, an sieben Millionen Haushalten Glasfaser verfügbar zu machen, die bis in die Wohnungen reicht. Die Firmengründung soll im ersten Halbjahr 2023 erfolgen.

Es geht um sogenannte FTTH-Anschlüsse ("Fiber to the Home"). Solche Anschlüsse hat Vodafone bisher nur wenige, derzeit sind es etwas mehr als 40 000. Statt FTTH setzt die Firma auf Fernsehkabel als Übertragungsweg. Reines Glasfaser-Internet gilt aber als stabiler und schneller, solche Verträge sind für Kunden aber auch teurer.

Mit den Ausbauplänen ist Vodafone spät dran. Die Deutsche Telekom fuhr ihre Investitionen schon 2020 hoch und macht dabei Tempo, Mitte 2022 lagen die Bonner bei 3,9 Millionen. In einem Zwischenschritt soll ihr FTTH-Netz 2024 an 10 Millionen Haushalten verfügbar sein. Danach soll der Ausbau weitergehen, wobei die Telekom zum Teil auch auf ein Gemeinschaftsunternehmen mit australischen Investoren setzt. Telefónica und der Versicherungskonzern Allianz verkündeten vor zwei Jahren die Gründung eines Joint Ventures, das fünf Milliarden Euro binnen sechs Jahren investieren will.

Nun geht Vodafone einen ähnlichen Weg wie die Konkurrenten und sucht den Schulterschlusss mit einem externen Partner, um den teuren Glasfaser-Ausbau zu stemmen. Die Schulden, die das geplante Unternehmen aufnehmen wird, lasten nicht auf der Bilanz.

In dem Joint-Venture-Deal gibt Vodafone eine moderate Finanzspritze, der Großteil der Investitionen soll über Schulden des Gemeinschaftsunternehmens finanziert werden. Für den Zugang zu den Fernsehkabel-Kunden bekommt Vodafone im Laufe der Jahre bis zu 1,2 Milliarden Euro von Altice. Die Finanzspritze, die Vodafone zur Firmengründung gibt, wird den Angaben zufolge geringer sein als der Gesamtbetrag, den die Firma bekommt.

Vodafone gab am Montag außerdem bekannt, dass es Investitionen bereitstellt, um sein Fernsehkabel-Netz technisch zu verbessern. Es sollen mehr Verteilerkästen (Glasfaser-Knotenpunkte) entstehen und das Upload-Tempo soll erhöht werden. Bei seinem bisherigen Festnetz setzt Vodafone bereits zum großen Teil auf Glasfaser. Auf der letzten Meile aber - also der Strecke bis in die Wohnung hinein - liegen besagte Fernsehkabel. Die ermöglichen ein Download-Tempo von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde.

Quelle: ntv.de, dpa

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