Wegen extremer TemperaturenWHO fordert mehr Investitionen in Hitzeschutz in Europa

Angesichts der derzeit extrem hohen Temperaturen in weiten Teilen Europas hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu mehr Investitionen in den Hitze-Schutz aufgerufen.
"Die Hitzewelle in Europa führt zu Schulschließungen und gefährdet die Gesundheit der Menschen", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch im Onlinedienst X zu der aktuellen extremen Wetterlage.
"Die Daten sind klar: Die Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im globalen Vergleich, und das erhöht die Wahrscheinlichkeit und die Schwere extremer Wetterphänomene", fügte der WHO-Chef mit Blick auf die Klima-Entwicklung auf unserem Kontinent im Zuge der Erderwärmung hinzu. Die Politik müsse daraus Konsequenzen ziehen.
"Wir können uns keine weiteren Verzögerungen leisten", mahnte Tedros. Die Regierungen müssten "Investitionen in Klima-resiliente Gesundheitssysteme Priorität einräumen und zugleich den Klimaschutz beschleunigen und die Treiber der Klimakrise zurückfahren".
Wissenschaftlern zufolge werden Extremwetter-Ereignisse wie Hitzewellen durch den Klimawandel häufiger und heftiger. Laut einer wissenschaftlichen Studie wurde die gegenwärtige Hitzewelle durch den menschengemachten Klimawandel "deutlich verschärft". Ohne die Treibhausgasemissionen der Menschen wäre es demnach derzeit zwei bis vier Grad kühler.
Als praktischen Tipp rief die WHO am Mittwoch dazu auf, zwischen hitzebedingter Erschöpfung und einem lebensgefährlichen Hitzschlag zu unterscheiden. Die Erschöpfung äußere sich in Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Krämpfen. Bei einem Hitzschlag träten aber auch geistige Verwirrung, körperlicher Zusammenbruch und Anfälle auf.
Die WHO rät dazu, bei Temperaturen unter 40 Grad Ventilatoren zu nutzen. Bei Temperaturen über 40 Grad heizten die Geräte den Körper hingegen noch stärker auf. Bei Hitze sollten Menschen außerdem mindestens zwei bis drei Liter pro Tag trinken, heißt es in den WHO-Empfehlungen.