Regionalnachrichten

Berlin & BrandenburgFünf Jahre Humboldt Forum: Wie geht es weiter?

24.06.2026, 15:45 Uhr
Das-Humboldt-Forum-feiert-ein-erstes-Jubilaeum

Vor fünf Jahren öffnete das Ausstellungszentrum im Berliner Schloss. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer findet, nach Gründung und Aufbau beginne nun die "anspruchsvollere Aufgabe".

Berlin (dpa/bb) - Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sieht beim Berliner Humboldt Forum fünf Jahre nach der Eröffnung noch Entwicklungsmöglichkeiten. Fünf Jahre Humboldt Forum seien ein Erfolg und eine Zäsur, teilte Weimer mit. "Die Phasen der Gründung und des Aufbaus sind vollendet. Jetzt beginnt die anspruchsvollere Aufgabe."

Unter seinem Dach versammele das Humboldt Forum starke Institutionen. "Nun kann sich das Haus zu einer Institution mit einem gemeinsamen Selbstverständnis entwickeln", teilte Weimer mit. "Der Maßstab dafür sind nicht alleine Zuständigkeiten. Wichtig sind die Menschen, die ins Humboldt Forum kommen."

Für die Besucherinnen und Besucher könne es mehr sein als ein kultureller Ort, teilte Weimer der Deutschen Presse-Agentur mit. Es könne ein Erlebnis werden, das in sich stimmig, verständlich und einladend sei. An diesem gemeinsamen Verständnis werde aktuell gearbeitet, mit der Besucherinnen- und Besucherperspektive als gemeinsamem Kompass. "Ich begrüße diese positive Entwicklung ausdrücklich und ermutige alle Beteiligten, diesen Weg gemeinsam und entschlossen weiterzugehen."

Was passiert mit der Berliner Fläche?

Das Humboldt Forum - ein großes Ausstellungszentrum im Zentrum Berlins - liegt im teilrekonstruierten Schloss. Das Haus wird von mehreren Akteuren bespielt. Ausgestellt sind dort etwa die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst. Auch das Stadtmuseum Berlin und die Humboldt-Universität nutzen Räume.

Das Stadtmuseum zeigt derzeit noch die Ausstellung "Berlin Global" bis Anfang 2028. Danach werde es sich verstärkt auf die Eröffnung des neuen Standorts am Köllnischen Park konzentrieren, sagte die Künstlerische Direktorin Sophie Plagemann. Wer die Berliner Fläche im Humboldt Forum danach nutzen wird, ist unklar. Die Entscheidung liegt beim Land Berlin.

Viele Menschen mögen die Dachterrasse

Das frühere Berliner Schloss war 1950 gesprengt worden. Ab 1976 stand dort der Palast der Republik der DDR, der 1990 wegen Asbestbelastung geschlossen wurde. 2002 beschloss der Bundestag die Teilrekonstruktion des Schlosses, die Pläne wurden teils heftig kritisiert. 2021 öffneten die Ausstellungen.

Die wichtigste Erkenntnis nach fünf Jahren sei, dass es funktioniere und das Haus gut angenommen werde, sagte der Generalintendant der Stiftung Humboldt Forum, Hartmut Dorgerloh. Baulich sei dagegen manches geplant worden, was in der Praxis nicht immer funktioniere wie gedacht. So gebe es sechs Eingänge. Die Planung habe vorgesehen, dass alle unter der Kuppel hineingingen, das gelte aber nur für fünf Prozent der Besuchenden.

Ein unglaublicher Erfolg sei die Dachterrasse, die aber erst nach den Aufzügen geplant worden sei, sagte Dorgerloh. Daher müsse man mitunter warten. Das Humboldt Forum ist für ihn nicht nur ein Museum, sondern ein internationales Programmhaus. "Wir sind ein Ort, der Gemeinsinn und Gemeinschaft stärkt." Zum Jubiläum sind nun fünf Aktionstage vom 27. Juni bis 19. Juli geplant. Im Programm soll es ab Ende des Jahres im neuen Schwerpunkt "Mein. Dein. Unser?!" um Erbe und Eigentum gehen.

Quelle: dpa

Regionales