Besuch in New YorkWadephul wirbt für nichtständigen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am Montag vor der UN-Generalversammlung für einen nichtständigen Sitz Deutschlands im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen geworben.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am Montag vor der UN-Generalversammlung für einen nichtständigen Sitz Deutschlands im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen geworben. Die Bundesrepublik trete mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein an und hoffe auf die Unterstützung der Mitgliedstaaten, sagte Wadephul in New York. Deutschland sei bereit, weiterhin einen maßgeblichen Beitrag zur Konfliktverhütung, Vermittlung und humanitären Hilfe zu leisten.
Deutschland bewirbt sich für die Amtszeit von 2027 bis 2028 um einen der nichtständigen Sitze in dem UN-Gremium. Allerdings kandidieren auch Österreich und Portugal aus der Regionalgruppe "westeuropäischer und anderer Staaten" für einen der beiden zur Wahl stehenden Sitze. Bei dem Votum der Generalversammlung am Mittwoch ist daher mit einer Kampfabstimmung zu rechnen. Erforderlich für die geheime Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit der 193 UN-Mitgliedstaaten, also mindestens 129 Stimmen.
Die Lösung von Krisen erfordere einen langen Atem, betonte Wadephul. Als Beleg für das weltweite deutsche Engagement verwies er unter anderem auf die Sudan-Konferenz im April in Berlin. Dort seien Hilfszusagen von insgesamt 1,7 Milliarden Dollar mobilisiert worden, davon 270 Millionen Dollar aus Deutschland. Zudem unterstütze die Bundesrepublik Friedensbemühungen in Haiti und Libyen. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilte Wadephul jüngste Angriffe, bei denen in der vergangenen Woche russische Drohnen in Rumänien Zivilisten verletzt hatten. Das internationale Recht müsse von allen Staaten respektiert werden.