Neue RekordzahlenZahl der Ausländer in Portugal steigt auf über 1,5 Millionen
Die Zahl der in Portugal ansässigen Ausländer hat im vergangenen Jahr ein neues Hoch erreicht. Wie die portugiesische Agentur für Integration, Migration und Asyl (Aima) am Mittwoch mitteilte, lebten 2024 mehr als 1,5 Millionen Migranten in dem Land, was fast eine Vervierfachung im Vergleich zu 2017 darstellte. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung lag demnach bei 15 Prozent.
Die gemäßigt rechte Regierung unter Präsident Luís Montenegro hatte im vergangenen Juni ihre Migrationspolitik verschärft. Sie schaffte ein Gesetz von 2018 ab, durch das es Migranten möglich war, sich in Portugal zu melden, wenn sie mindestens ein Jahr in dem Land gearbeitet und in die Sozialversicherung eingezahlt hatten. Dies galt auch für Menschen, die mit einem Touristenvisum eingereist waren.
Unter der sozialistischen Vorgängerregierung galt die portugiesische Migrationspolitik als eine der liberalsten in Europa. Seit dem politischen Kurswechsel ging die Zahl neuer Einwanderer laut Aima um 59 Prozent zurück. Kürzlich einigte sich die Regierung mit Arbeitgeberverbänden, dass Unternehmen weiterhin Arbeitnehmer ins Land holen können, wenn sie ihnen neben einem Vertrag auch eine Unterkunft anbieten können.
Nach weniger als einem Jahr im Amt wurde im März Montenegros Minderheitsregierung durch eine Vertrauensabstimmung im Parlament gestürzt. Am 18. Mai finden die dritten Wahlen innerhalb von drei Jahren statt.