Negativer RekordZahl der Großinsolvenzen in Deutschland erreicht im vergangenen Jahr Höchststand

In Deutschland hat es einer Studie zufolge im vergangenen Jahr einen Negativrekord bei Großinsolvenzen gegeben.
94 Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro rutschten in die Pleite, wie der Kreditversicherer Allianz Trade am Donnerstag zu seiner Untersuchung mitteilte. Das entspreche einem Zuwachs von acht Prozent im Vergleich zu 2024 und sei der höchste Wert seit Beginn der Auswertung 2015.
Besonders betroffen war demnach der Dienstleistungssektor mit 14 großen Insolvenzen, darunter neun Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Aber auch die Automobil- (zwölf), Chemie- und Metallbranche (jeweils elf) waren stark von großen Insolvenzen gezeichnet, gefolgt vom Baugewerbe (zehn) und dem seit Jahren kriselnden Einzelhandel (neun).
"Wenn es kracht, dann oft richtig", sagte der CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Milo Bogaerts. "Wir sehen bereits seit vier Jahren deutlich ansteigende Großinsolvenzen, die 2025 den höchsten Stand seit 2015 erreicht haben – sowohl weltweit als auch in Deutschland." Weltweit hätten 475 große Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das entspreche einer Großinsolvenz alle 18 Stunden. Deutschland mache etwa ein Fünftel der weltweiten Fälle aus und sei damit einer der Treiber hinter der globalen Dynamik.
"Das Problematische an vielen Großinsolvenzen ist der mögliche Dominoeffekt auf die Lieferketten", fügte der Leiter der Insolvenzanalyse bei Allianz Trade, Maxime Lemerle, hinzu. "Gerade kleine Unternehmen mit einer starken Abhängigkeit von wenigen großen Abnehmern sind hier gefährdet." Weltweit sei der Gesamtumsatz der insolventen Großunternehmen – und damit die Schäden bei den Lieferanten – um zwölf Prozent auf 208 Milliarden Euro gestiegen. Die umsatzmäßig größten Insolvenzen habe es dabei in den USA und China gegeben. Beide Länder hätten 17 der 20 größten Pleiten verzeichnet.