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Untersuchung des IWHZahl der Unternehmenspleiten in Deutschland auf höchsten Wert seit sieben Jahren gestiegen

06.07.2023, 10:45 Uhr
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(Foto: picture alliance / Fotostand)

Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist einer Studie zufolge inmitten der Konjunkturflaute auf den höchsten Wert seit sieben Jahren gestiegen. Insgesamt 1050 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften seien im Juni registriert worden, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag zu seiner Untersuchung mit. Das seien 16 Prozent mehr als im Mai und 48 Prozent mehr als im Juni 2022. Damit sei der höchste Wert seit Juni 2016 gemessen worden. Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit in einer Rezession und wird nach Prognose der meisten Institute im Gesamtjahr 2023 ebenfalls schrumpfen.

Auch die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze fiel im Juni hoch aus: In den größten zehn Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im vergangenen Monat gemeldet wurde, waren den Angaben zufolge etwa 15.400 Arbeitsplätze betroffen. Das sei der höchste Wert seit August 2020. Im ersten Halbjahr waren mit 64.000 Beschäftigten ein Drittel mehr Menschen in großen Unternehmen von Insolvenz betroffen als im Mittel der Jahre 2016 bis 2019, so die Forscher aus Halle.

Dennoch gibt das IWH leichte Entwarnung. Die hohe Zahl der Insolvenzen im Juni sei teilweise auch durch die vielen Werktage in diesem Monat zu erklären, weshalb an mehr Tagen entsprechende Meldungen bei den zuständigen Gerichten möglich waren als etwa in dem von vielen Feiertagen geprägten Mai. "Die Frühindikatoren des IWH lassen für die kommenden Monate wieder einen leichten Rückgang der Insolvenzzahlen erwarten", sagte Steffen Müller, der am IWH die Abteilung Strukturwandel und Produktivität sowie die dort angesiedelte Insolvenzforschung leitet.

Quelle: ntv.de, rts

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