In Folge des Israelkrieges Zahl der getöteten Journalisten im vergangenen Jahr erreicht höchsten Stand seit Jahren

Infolge des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat die Zahl der getöteten Journalisten nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit Jahren erreicht. Insgesamt seien im vergangenen Jahr weltweit 99 Medienschaffende getötet worden, mehr als drei Viertel von ihnen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel und der Hamas, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten CPJ-Bericht.
Dies war die höchste Zahl von weltweit getöteten Medienschaffenden seit 2015 und ein Anstieg der Zahl um 44 Prozent im Vergleich zu 2022, teilte die Nichtregierungsorganisation mit.
In den ersten drei Monaten des im Oktober begonnenen Krieges zwischen Israel und der Hamas seien mehr Journalisten getötet worden als jemals in einem einzelnen Land über ein ganzes Jahr hinweg, erklärte das CPJ. 77 Journalisten und andere Medienschaffende seien infolge des Gazakrieges getötet worden. 72 von ihnen seien Palästinenser gewesen, die bei israelischen Angriffen getötet worden seien. Hinzu kämen drei Libanesen und zwei Israelis.
Medienschaffende im Gazastreifen seien "Zeugen an vorderster Front", erklärte CPJ-Geschäftsführerin Jodie Ginsberg. Der "immense Verlust" unter palästinensischen Journalisten werde langfristige Auswirkungen auf den Journalismus haben - "nicht nur in den palästinensischen Gebieten, sondern in der gesamten Region und darüber hinaus".
Wegen der vielen toten Journalisten im Gazastreifen zeigte sich das Komitee besorgt über mögliche gezielte Angriffe der israelischen Armee auf Medien. Die Organisation fordert eine schnelle und transparente Untersuchung aller Fälle. Sie hat nach eigenen Angaben die Kriegsparteien wiederholt darauf hingewiesen, dass es sich bei den Journalisten um Zivilisten handle, die durch das Völkerrecht geschützt seien.