Wirtschaft

Aufschlag oder Dividende AMS lockt Osram-Aktionäre mit neuer Offerte

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Osram und AMS sind sich einig.

(Foto: picture alliance/dpa)

AMS und Osram haben ihre künftigen Beziehungen geregelt. Dem müssen nun noch die Aktionäre zustimmen. Das allerdings gilt als Formalie. Wer noch Aktien der Münchener hat, kann diese zu einem verbesserten Angebot an AMS loswerden - oder sich auf eine jährliche Garantiezahlung einlassen.

Der Lichtspezialist Osram hat sich mit seinem Mehrheitsaktionär AMS auf einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geeinigt. Dem allerdings muss eine außerordentliche Hauptversammlung am 3. November zustimmen. In einem dazu erstellten Wertgutachten wird Osram auf gut 4,3 Milliarden Euro taxiert.

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"Die Umsetzung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages ermöglicht die schnelle und erfolgreiche Integration von AMS und Osram in ein gemeinsames Unternehmen, das langfristig profitables Wachstum bietet", sagte AMS-Chef Andreas Everke. Mit dem Vertrag kann AMS bei Osram durchregieren und die Gewinne der Münchner Tochter abschöpfen, muss aber auch deren Verluste ausgleichen.

Der österreichische Sensor-Spezialist AMS wird den ausstehenden Aktionären auf dieser Basis ein Abfindungsangebot von 44,65 Euro je Osram-Aktie unterbreiten. Das ist deutlich mehr als die 41 Euro, mit denen AMS sich bisher 71 Prozent an Osram gesichert hatte.

Die Osram-Aktie ging am heutigen Dienstag bei 43,40 Euro aus dem Handel - legte im nachbörslichen Handel aber auf mehr als 47 Euro zu. Wer das Abfindungsangebot nicht annimmt und seine Osram-Aktien behält, soll eine jährliche Garantiedividende von 2,24 Euro netto (2,57 Euro brutto) erhalten, wie der Lichttechnikspezialist mitteilte. Berechnet auf den Schlusskurs wäre dies immerhin eine Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent. Osram sprach von einer Wertsteigerung von mehr als 1,8 Milliarden Euro seit der Börseneinführung 2013.

Krise besser gemeistert als erwartet

"Unsere Wachstumsstory hat weiterhin Bestand und bereits 2021 sehen wir eine deutliche Erholung kommen", sagte Osram-Vorstandschef Olaf Berlien. "Die Gutachter bestätigen uns in dem Kurs, mit dem wir seit langem die Transformation und jüngst auch die Flaute in der Autokonjunktur sowie die Corona-Krise gemeistert haben." In das Bewertungsgutachten floss ein, dass Osram für das im September beginnende Geschäftsjahr 2020/21 ein vergleichbares Umsatzwachstum zwischen sechs und zehn Prozent, eine bereinigte operative Marge (Ebitda) von neun bis elf Prozent sowie einen Free Cashflow erwartet, der mindestens ausgeglichen ausfällt und maximal einen niedrig zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreicht.

Nachdem Osram glimpflicher durch die Krise gekommen war als gedacht, wurden vor kurzem die Erwartungen für das zu Ende gehende Geschäftsjahr 2019/20 (zum 30. September) wieder nach oben geschraubt. Bei einem Umsatzrückgang um 14 Prozent auf rund drei Milliarden Euro rechnet Osram mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von etwa 240 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ