Wirtschaft

350 Millionen für Westimmo Aareal Bank begeistert Anleger mit Zukauf

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Für die Aareal ist es der zweite größere Zukauf innerhalb gut eines Jahres.

(Foto: Aareal Bank)

Spitzenreiter im MDax ist die Aareal Bank - mit dem zweiten größeren Zukauf innerhalb gut eines Jahres verzückt das Wiesbadener Institut die Anleger. Übernommen wird die Westimmo - für deren Mitarbeiter ist dies möglicherweise kein Grund zum Jubeln.

Die Anleger haben angesichts des Kaufs von Westimmo bei den Aktien der Aareal Bank zugegriffen. Die Aareal-Papiere lagen am Montag gegen Mittag rund 4,3 Prozent im Plus bei 38,09 Euro und führten damit die Gewinnerliste im MDax an.

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Am Sonntag hatte Aareal bekanntgegeben, die kleinere Konkurrentin Westdeutschen Immobilienbank (Westimmo) für 350 Millionen Euro zu kaufen. Damit finden Teile der ehemaligen WestLB einen neuen Eigentümer. Für die Aareal ist es der zweite größere Zukauf innerhalb gut eines guten Jahres. Ende 2013 hatten die Wiesbadener bereits die Corealcreditbank nach gleichem Muster gekauft.

Aareal-Chef Wolf Schumacher hatte sich die Westimmo - wie etliche Finanzinvestoren - in den vergangenen Jahren immer wieder angeschaut, aber lange Zeit aus Kostengründen gezögert. Nun schlug er zu: Aareal habe ihr Überschusskapital gut genutzt und die Westimmo günstig eingekauft, lobte er den Deal. "Die Transaktion schafft vom ersten Tag an Wert für die Aktionäre." Weil die Westimmo selbst eine dicke Kapitaldecke hat, kann die Aareal einen Zugangsgewinn von etwa 150 Millionen Euro verbuchen.

Analysten bewerten Kauf positiv

Was sagen die Marktexperten zu dem Deal? Aus Sicht der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist der Kaufpreis in Hinblick auf das "ausgesuchte, überwiegend internationale Kreditportfolio" von Westimmo attraktiv. Nach Einschätzung der Bank hat der Vorstand die Risiken der Transaktion zudem so eingehend geprüft, dass sich der Kauf im Nachhinein nicht als "Reputationsschaden" erweisen dürfte. Das Finanzierungsangebot von Westimmo stelle eine günstige Ergänzung zum Aareal-Portfolio dar, hieß es weiter. Ein Teil gehöre jedoch nicht zum Kerngeschäft und dürfte allmählich abgebaut werden.

"Wir bewerten den Zukauf positiv, da der Preis gut ist", schrieb auch Analyst Philipp Häßler von Equinet in einem Kommentar. Er bestätigte seine Kaufempfehlung für die Papiere. Christian Koch von der DZ Bank erklärte, der Kaufpreis entspreche einem Abschlag von rund 30 Prozent zum Buchwert. Er ergänzte: "Unseres Erachtens wird die Transaktion die Wahrscheinlichkeit einer Sonderdividende reduzieren."

Fallen Jobs weg?

Im Kreditportfolio von Aareal und Westimmo gibt es allerdings große Überschneidungen, womit die Zukunft der rund 280 Westimmo-Mitarbeiter ungewiss ist: Beide Institute bieten gewerbliche Immobilienfinanzierungen in Europa und Nordamerika an, die Aareal hat zusätzlich Asien im Portfolio. Auch mit ihrem Hauptsitz liegen beide Banken nahe beieinander: Aareal sitzt in Wiesbaden, die Westimmo in Mainz.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ