Wirtschaft

Neuer Standard ab September Abgastest könnte VW-Produktion bremsen

In wenigen Monaten müssen neue Pkw einen geänderten Abgastest absolvieren. Das soll einem Bericht zufolge beim weltgrößten Autobauer VW intern einige Änderungen erforderlich machen. Auslieferungen könnten sich verzögern.

Die Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP droht Volkswagen Lieferengpässe bei bestimmten Modellen zu bescheren. Wenn der Prüfzyklus zur Bestimmung von Verbrauch sowie Schadstoff- und CO2-Emissionen eingeführt wird, könne es in der zweiten Jahreshälfte bei der Kernmarke VW Pkw zu "Anpassungen in der Produktion" kommen, teilte das Unternehmen mit. Das bedeutet, das der Autobauer gezwungen sein könnte, einen Teil der normalen Produktionsabläufe wegen zusätzlichen Aufwands umzuplanen. 

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Einem Bericht der Branchenzeitung "Automobilwoche" zufolge denkt der Autobauer deshalb auch über eine Verkürzung der Werksferien nach. Laut dpa aber geht es tatsächlich um mögliche Lieferengpässe. Davor hatte bereits der neue Konzernchef Herbert Diess Anfang Mai auf der Hauptversammlung gewarnt. "Falls es Entscheidungen zu veränderten Fahrweisen an Fertigungsstandorten geben sollte, werden die Mitarbeiter frühestmöglich informiert", schrieb die "Automobilwoche". Alle Beteiligten arbeiten nach VW-Angaben mit Hochdruck daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Zum 1. September 2018 sind für neu zugelassene Pkw zertifizierte WLTP-Messungen erforderlich. Derzeit müssen VW-Kunden dem Bericht zufolge bei einer Neuwagen-Bestellung eine "Zusatzvereinbarung WLTP" unterschreiben, wenn ihnen die neuen Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte noch nicht mitgeteilt werden können. Unter Berufung auf interne Dokumente meldete das Blatt, die VW-Händler seien informiert worden, dass man für betroffene Bestandsfahrzeuge "eine Ausnahmegenehmigung mit einer entsprechenden Fristverlängerung für die Erstzulassung beim (Kraftfahrt-Bundesamt) KBA beauftragen" werde.

Gleichzeitig strafft VW sein Angebot. So wird der Passat mit 120-PS-Dieselmotor nach der Modellüberarbeitung serienmäßig über ein SCR-System zur Abgasreinigung verfügen. Bisher war dies eine Zusatzausstattung. Darüber hinaus sollten wenig nachgefragte Motor-Getriebe-Varianten mit dem Modelljahr 2018 auslaufen und nicht mehr auf WLTP umgestellt werden. So soll es etwa den Allrad-Tiguan mit 150-PS-Diesel künftig nur noch mit Doppelkupplungsgetriebe geben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa