Wirtschaft

Sotschi weckt hohe Erwartungen Adidas zeigt olympischen Ehrgeiz

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Brechen für Adidas in Sotschi goldene Zeiten an?

(Foto: picture alliance / dpa)

Die olympischen Winterspiele werden auch für Adidas spannend. Sotschi ist für den Sportartikelhersteller eine Chance zum Neustart, denn 2014 lief bisher auf der Aktienseite sehr mau. Schuld waren die Schwellenländer.

Guten Tag Sotschi, herzlich willkommen zu den olympischen Winterspielen. In Sachen Temperatur und Ambiente dürften die Wettkämpfe an der Schwarzmeerküste ein Mix aus Winter- und Sommerspielen werden. Die Disziplinen bleiben jedoch rein winterlich und die Sportartikelhersteller schauen vom 7. bis zum 23. Februar mit Sicherheit mit einem Auge nach Sotschi. Denn ein Erfolg der deutschen Sportler und ihrer internationalen Werbeträger wäre auch ein Erfolg für Unternehmen wie Adidas. Der Konzern stattet die deutschen Athletinnen und Athleten mit hochwertiger Funktionskleidung aus. Erstmals wird eine Kollektion mit den Produkten der Olympiaausstattung im Sportfachhandel erhältlich sein.

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Ein glänzender olympischer Auftritt wäre ganz im Sinne von Herbert Hainer, denn der Adidas-Chef hat sich für 2014 viel vorgenommen. Er will das Wachstum deutlich beschleunigen, um eine gute Basis zu haben, die für 2015 angepeilten Ziele zu erreichen. Bislang zeigte die Adidas-Aktie in diesem Jahr eine hohe Volatilität: Nachdem das Papier am 22. Januar noch ein Allzeithoch erreicht hatte, korrigierte es anschließend kräftig, um danach wieder nach oben zu drehen. Verantwortlich für die heftigen Ausschläge sind die Turbulenzen am Währungsmarkt und in den Emerging Markets. Je nachdem, wo die Produkte hergestellt oder verkauft werden, ist der Konzern von den Währungsturbulenzen unterschiedlich stark betroffen.

So kündigt Adidas im 2012er-Geschäftsbericht an, das ein Anstieg des Dollar gegenüber dem Rubel den Gewinn um zehn Millionen Euro verringern würde. Innerhalb der kurzen Zeit von Ende Dezember 2013 bis Februar 2014 war der Rubel um neun Prozent im Vergleich zum Dollar eingebrochen. Das belastet die Adidas-Aktie. Ein weiteres Problem ist die Abwertung der Währungen in Lateinamerika, wie des brasilianischen Reals. In Lateinamerika erzielt Adidas rund zehn Prozent seiner Umsätze. Und wenn die Produkte in den Ländern wegen der Abwertung der Währung teuer werden, drückt das auf den Absatz.

Währungsturbulenzen bremsen höchstens kurz

Den Kursrückschlag bei der Aktie haben zuletzt die Analysten von JP Morgan genutzt, um das Kursziel auf 97 Euro zu erhöhen und die Einschätzung "übergewichten" zu bestätigen. Die Analysten weisen zwar ausdrücklich darauf hin, dass Adidas wegen der Turbulenzen in den Emerging Markets und am Währungsmarkt Gegenwind habe. Laut der Einschätzung der Finanzprofis hat sich die Geschäftsdynamik bei Adidas jedoch merklich verbessert, was dazu führte, dass sich das um Währungseffekte bereinigte Umsatzwachstum im vierten Quartal auf acht Prozent beschleunigte - nicht zuletzt wegen des Starts der Lieferungen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Im ersten Halbjahr 2014 solle das kräftige Wachstum anhalten.

Vorstandschef Hainer hatte auf der Analystenkonferenz am 3. Dezember die vielen Finanzprofis darauf eingeschworen, dass sich das Wachstum im Jahr 2014 deutlich beschleunigen wird. So soll der währungsbereinigte Umsatz "im hohen einstelligen Bereich steigen". Für 2013 hat der Konzernchef ein Wachstum "im niedrigen einstelligen Bereich" in Aussicht gestellt. Zudem will er im laufenden Jahr die operative Marge um einen Prozentpunkt im Vergleich zum erwarteten 2013er-Wert von 8,5 Prozent verbessern. Mit den 2014er-Ergebnissen will der Firmenlenker eine gute Basis legen, um 2015 bei einem Umsatz von 17 Milliarden Euro eine operative Marge von elf Prozent zu erwirtschaften.

Erneute Turbulenzen am Währungsmarkt könnten die Aktie zwar kurzfristig weiter bremsen. Danach dürfte sie jedoch auf neue Allzeithochs klettern. Zwar kann der Anstieg des Dollars gegen den Rubel den Gewinn von Adidas mal um zehn Millionen Euro drücken. Oder um weitere 13 Millionen oder 15 Millionen Euro, wenn der Euro zum Dollar um zehn Prozent steigt.

Angesichts eines prognostizierten 2013er-Gewinns von 820 Millionen bis 850 Millionen Euro sind das jedoch Peanuts. Anleger sollten sich viel mehr darauf konzentrieren, dass Adidas ein Wachstumsunternehmen par excellence ist und aufgrund der zahlreichen neuen Produkte und der starken Marke in den nächsten Jahren kräftig expandieren wird. Laut den Schätzungen der Analysten wird der 2015er-Gewinn je Aktie mit knapp sechs Euro um 50 Prozent höher liegen als 2013. Mit einem 2015er-KGV von 14 ist die Aktie daher nicht teuer. Ganz anders als die Spiele im Sommerparadies an der Schwarzmeerküste. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass sich die Investitionen - vielfach getätigt von der russischen Oligarchenriege - erst in 30 oder 40 Jahren amortisieren werden oder nie...

Quelle: ntv.de

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