Wirtschaft

Pilotenstreik in Frankreich Air France will Billigflug-Pläne doch stoppen

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Seit mehr als zehn Tagen streiken die Piloten der Air France gegen die Pläne zum Ausbau der Billigtochter.

(Foto: REUTERS)

Nach einigem Hin und Her steht wohl fest: Air France will doch die europäischen Expansionspläne für die Billigflugtochter aufgeben. In Frankreich hingegen soll die Linie ausgebaut werden. Air France hofft nun auf ein schnelles Ende des Pilotenstreiks.

Air France hat nun doch die komplette Aufgabe der Pläne zum Ausbau ihrer Billig-Airline in Europa angeboten. Um den massiven Streik der Piloten zu beenden, biete das Unternehmen die sofortige Rücknahme des Transavia-Europe-Projektes an, heißt es in einer Erklärung von Air France. Es gebe eine erneuerte Garantie, dass es keine Verlagerungen aus Frankreich ins Ausland geben werde.

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"Mit der Rücknahme des Transavia-Europe-Projekts gibt es nun keinen Grund mehr zu streiken, da es keine Sorgen mehr über eine Arbeitsplatzverlagerung gibt", wird Air-France-KLM-Chef in der Erklärung zitiert. "Aus diesem Grund rufen wir die streikenden Piloten auf, ihre Arbeit unverzüglich wieder aufzunehmen." In Frankreich wolle Air France die Billig-Fluglinie ausbauen und kurzfristig mehr als 1000 neue Jobs schaffen, inklusive 250 neue Piloten einstellen, ergänzte der Manager.

Am Mittwoch hatte Air France noch betont, die Pläne für die Billig-Airline nur aussetzen zu wollen. Es seit verfrüht, davon zu sprechen, dass die Pläne zum Ausbau von Transavia in Europa komplett begraben würden. Davor hatte bereits Verkehrsminister Alain Vidalies verkündet, dass Air France die Pläne aufgegeben habe.

Bis zu 15 Millionen Euro kostet ein Streiktag

Seit mehr als zehn Tagen streiken die Piloten der Airline gegen die Pläne zum Ausbau der Billigtochter und fordern einen einheitlichen Vertrag für alle Piloten des Konzerns - unabhängig davon, bei welcher Tochter sie beschäftigt sind. Mehr als die Hälfte der geplanten Flüge musste in dieser Zeit gestrichen werden. Air France bezifferte die Kosten pro Streiktag auf bis zu 15 Millionen Euro.

Angesichts der weiter steigenden Belastung droht der Streik mittlerweile auch die Bemühungen der Fluggesellschaft zu untergraben, in die Gewinnzone zurückzukehren. Der Konzern hatte mit Hilfe eines 2012 gestarteten, dreijährigen Restrukturierungsplans zwar schon Erfolg, steckt aber immer noch in den roten Zahlen.

Air France leidet wie andere Airlines unter dem harten Wettbewerb, bei dem Ryanair oder Easyjet den Konkurrenzkampf im Billigsegment verschärfen und arabische Fluggesellschaften wie Etihad oder Emirates den Wettbewerb auf der Langstrecke anheizen. Mit dem Ausbau der Billig-Airline und Kostensenkungen haben die Franzosen die gleiche Richtung eingeschlagen wie die Deutsche Lufthansa.

Die Frankfurter Airline hatte unter dem früheren Chef Christoph Franz ein umfangreiches Sparprogramm auf den Weg gebracht. Zudem wollen die Frankfurter auf der Kurz- und Mittelstrecke mit den Billigfliegern Germanwings und Eurowings stärker angreifen. Allerdings sind die Piloten bei der Lufthansa genauso wie die Kollegen bei der französischen Airline über die wohl geringere Bezahlung bei den Billigfliegern massiv verärgert. Auch bei der Lufthansa schwelt noch immer der Tarifstreit mit den Piloten.

Quelle: n-tv.de, kst/DJ

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