Wirtschaft

Ausgewählte Immobilienwerte Aktien als Alternative zu Betongold

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Immobilien sind auch etwas fürs Depot.

(Foto: dpa)

Immobilien sind bei Deutschen, aber auch bei Schweizern und Österreichern heiß begehrt. Anleger können auch per Aktie auf weitere Preissteigerungen im Immobilienmarkt setzen.

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Alexander von Franckenstein verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Investment-berater. Bei der Focam AG ist er als Managing Director u.a. für verschiedene Vermögensmanagementmandate und als Fondsmanager für den GF Agro & Forrest Fonds zuständig.

Selten war es so preiswert, eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren. Die Käufer von Immobilien zählen zu den großen Profiteuren des Niedrig-Zinsumfelds. Hinzukommt der Sicherheits- und Sachwertaspekt von sogenanntem Betongold. Dieser hat infolge der Finanzkrise spürbar zugenommen.

Zurzeit gibt es in Deutschland mehr als 40 Millionen Wohnungen. Dazukommen rund 15 Millionen Einfamilienhäuser. Dennoch fehlt Wohnraum. In den deutschsprachigen Ländern werden noch immer weniger Wohnungen gebaut als eigentlich gebraucht werden. Gemäß des Statistischen Bundesamtes wurden 1999 in Deutschland circa 437.000 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt. Im Jahr 2008 wurde dagegen nur noch der Bau von 178.000 Wohnungen genehmigt. 2011 waren es um die 215.000.

Diejenigen, die sich bis dato keine "eigenen vier Wände" leisten konnten oder wollten, konnten sich dennoch über Immobilienfonds, Immobiliengesellschaften oder sogenannte REITs indirekt am Betongold beteiligen. Der deutsche Wohnimmobilienmarkt ist vorrangig geprägt durch Eigennutzer/Besitzer (48 Prozent), gefolgt von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen sowie Immobiliengesellschaften.

Deutlicher Nachholbedarf

Seit den 90er Jahren interessierten sich insbesondere ausländische Investoren, allen voran angelsächsische Fonds, für deutsche Wohnimmobilien. Sie gingen in der Bundesrepublik – im Vergleich zum übrigen Europa – von einem akuten Nachholbedarf bei den Mieten und damit von steigenden Preisen aus. Aufgrund klammer Kassen der Länder und Gemeinden wechselten zahlreiche kommunale Wohnungsbaugesellschaften ihren Besitzer. Dieses Modell wurde später von diversen Firmen wie beispielsweise Patrizia Immobilien, Deutsche Wohnen oder Conwert kopiert; zahlreiche Gesellschaften gingen zur weiteren Kapitalbeschaffung an die Börse.

In den vergangenen Jahren haben allerdings etliche Skandale den Sektor erschüttert: hier seien nur die BAWAG und Meinl in Österreich, S+K in Deutschland oder mehrere in Abwicklung befindliche offene Immobilienfonds wie der DEGI Europe erwähnt. Die Beurteilung börsengelistete Immobilienunternehmen ist ebenfalls nicht unproblematisch. Zwar gibt es in Europa zahlreiche Immobilien-Aktiengesellschaften, aber wie so oft ist es nicht nur für den Laien schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Sicherheit hat höchste Priorität

Für uns als Family Office und Vermögensverwalter stehen Werterhalt und Sicherheit an oberster Stelle. Bei einem Investment in Immobiliengesellschaften schauen wir daher zunächst auf die Bilanzen sowie das Immobilienportfolio des jeweiligen Unternehmens. Demografische und statistische Kennzahlen der investierten Regionen und nicht zuletzt der Eindruck des Managements spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Aus diesem Grund favorisieren wir insbesondere kleinere Immobilienfirmen, die sich auf Nischen wie Luxusimmobilien oder "Micro-Living" spezialisiert haben. Ein interessantes Investment erscheint uns die Peach Property Group (WKN A1C8PJ). Das Schweizer Unternehmen zählt im deutschsprachigen Raum zu den führenden Entwicklern im Bereich von luxuriösem Wohneigentum. Die Aktivitäten umfassen die gesamte Wertschöpfungskette von der Standortevaluation über die Projektierung bis hin zur Realisierung und Vermarktung. Dabei konzentriert sich Peach Property auf Stadt- und Feriendomizile an Top-Standorten mit hochqualitativer Ausstattung für einen anspruchsvollen Kundenkreis. Das Immobilienvermögen betrug zum Ende des vergangenen Jahres 541 Millionen Schweizer Franken. Damit hat es im Vorjahrsvergleich um etwa 37 Prozent zugelegt. Der Nettoinventarwert (NAV) zu den gutachterlich ermittelten Marktwerten liegt aktuell bei 25,88 Schweizer Franken per Aktie. Der NAV entspricht dem Wert der Immobilien abzüglich der Schulden des Unternehmens. Bei den derzeitigen Kursen notiert Peach Property mit einem massiven Abschlag von mehr als 60 Prozent auf den inneren Wert der Aktie. Mit einer für 2014 prognostizierten Eigenkapitalquote von 40 Prozent verfügt die Gesellschaft über eine gesunde Bilanzstruktur und hat erst kürzlich einen positiven Ausblick für das laufende Jahr gegeben.

Eine weitere Aktie, die wir zurzeit beobachten, ist die Youniq AG (WKN A0B7EZ ) mit Sitz in Frankfurt/Main. Die Gesellschaft fokussiert sich seit 2009 auf studentisches Wohnen und deckt ebenfalls einen erheblichen Teil der Wertschöpfungskette ab - vom Erwerb der Immobilien beziehungsweise Grundstücke über die Projektentwicklung, den Bau bis hin zur kaufmännischen und technischen Bewirtschaftung. Youniq verfügt derzeit über 2500 hochwertige Wohnungen im Eigenbestand. Die Häuser befinden sich an den Standorten München, Erlangen, Karlsruhe, Frankfurt/ Main, Mainz, Potsdam, Bayreuth, Lübeck und Leipzig. Youniq bietet in diesen Universitätsstädten Studenten möblierte Ein-Zimmer-Apartments mit TV- und Internetanschluss an. Das Unternehmen hatte allerdings in den zurückliegenden Jahren mit erheblichen operativen Herausforderungen zu kämpfen. Dies war insbesondere auf die erst seit 2013 steigende Vermietungsquote, Finanzierungskosten und Abschreibungen zurückzuführen. Unter dem Strich führte dies im vergangenen Jahr zu einem Verlust von 54 Millionen Euro. Youniq möchte sich jetzt mit einer Kapitalerhöhung von den Altlasten verabschieden. Für Anleger, die an einen "Turnaround" und das Geschäftsmodell glauben, lohnt es sich, einen näheren Blick auf die Aktie zu werfen.

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Quelle: ntv.de