Wirtschaft

Mark Zuckerberg im Porträt Als Weltvernetzer zum Milliardär

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Mark Zuckerberg

(Foto: dapd)

Milliardär hätte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schon längst sein können - an Kaufangeboten für das Netzwerk mangelte es nicht. Er zog es vor, Facebook in aller Stille zu einem Giganten mit mehr als 800 Millionen Mitgliedern auszubauen. Das ändert sich jetzt.

Mark Zuckerberg hat eine Vision: Alle Menschen sollen immer und überall miteinander vernetzt sein – und zwar über das von ihm gegründete Online-Netzwerk Facebook. Dieses Ziel lässt er seit dem Teenager-Alter nicht aus den Augen. Mit dem Börsengang von Facebook wird sie ihn innerhalb von acht Jahren von einem Außenseiter an der Elite-Uni Harvard zum Multi-Milliardär machen.

An Selbstbewusstsein braucht es dem Facebook-Gründer nicht zu mangeln. Das renommierte US-Nachrichtenmagazin "Time" kürte ihn 2010 zur "Person des Jahres" - eine Auszeichnung, mit der die Zeitschrift alljährlich großes Aufsehen erregt. Zuckerberg habe mit Facebook "unser alltägliches Leben verändert", lautete die Begründung des Magazins. Auch zählte "Time" Zuckerberg 2011 zu den einhundert mächtigsten Menschen der Welt. Das renommierte US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" hob Zuckerberg auf Platz neun der einflussreichsten Personen, nur wenige Ränge hinter Staatslenkern wie US-Präsident Barack Obama oder Chinas Staatschef Hu Jintao.

Milliardenangebot abgelehnt

Der große Einfluss, der Zuckerberg zugeschrieben wird, kommt nicht von ungefähr: Rund 845 Millionen regelmäßige Nutzer weltweit hat das soziale Netzwerk mittlerweile, die mit Freunden und Bekannten Fotos teilen oder schreiben, was sie gerade bewegt. Damit gibt mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung auf Facebook private Informationen preis. Und was die Nutzer in ihren Profilen über sich verraten, wird von Facebook auch dazu genutzt, um etwa Geld mit Werbung zu verdienen. Die Menschen erhalten Anzeigen von Unternehmen passend zu ihren persönlichen Vorlieben zugespielt.

Zuckerberg gründete Facebook 2004 zusammen mit Studienfreunden an der angesehenen Universität von Harvard. Die Idee, Freunde und Bekannte auf einer Internet-Plattform zu versammeln, mit ihnen Neuigkeiten, Klatsch und Fotos auszutauschen, kam an. Internet-Konzerne begannen sich für das Phänomen zu interessieren. Yahoo bot 2006 eine Milliarde Dollar für Facebook - erfolglos. Zuckerberg lehnte ab, genauso wie bei späteren lukrativen Angeboten. Facebook ist sein Baby, sein Lebenswerk, das er nicht aus der Hand geben will.

Entsprechend wenig scharf war Zuckerberg auch auf einen Börsengang von Facebook. Geld hatte das Unternehmen dank des Interesses von Risikoinvestoren schon immer genug, inzwischen kommen auch Milliarden aus Online-Werbung rein, er selbst lebt betont bescheiden. Dafür muss man als börsennotiertes Unternehmen die Zahlen offenlegen, die Gewinnerwartungen der Investoren erfüllen, den Aktienkurs pflegen. Daher wolle er so lange wie möglich unter dem Radar der Börsianer fliegen, betonte Zuckerberg. Letztlich ist es nur die schiere Größe von Facebook, die das Unternehmen an die Börse zwingt: Mit Erreichen der Schwelle von 500 Anteilseignern muss Facebook nach US-Börsenrecht ohnehin seine Geschäftszahlen offenlegen.

Mehr als 800 Millionen Nutzer

Zuckerberg wirkt mit seinen typischen Kapuzenpullis heute noch wie der ewige Student. Sein Privatleben ist denkbar unspektakulär. Mit seiner Freundin Priscilla Chan ist er seit seiner Studienzeit zusammen, sein erstes eigenes Haus kaufte er sich erst im vergangenen Jahr.

So unbeholfen Mark Zuckerberg bei seinen öffentlichen Auftritten wirken mag, so verbissen ist er, wenn es um seine Vision für das "soziale Internet" geht. Alle Lebenssituationen soll eine "Facebook"-Schicht durchdringen - diese Idee setzt er von Anfang an mit erstaunlichem Starrsinn durch. Mehr als einmal musste Facebook einen Schritt zurück machen, weil es den Nutzern zu schnell ging.

Typisches Beispiel war der 2007 gestartete Dienst Beacon, bei dem Einkäufe automatisch den Facebook-Freunden mitgeteilt wurden. Nach einem Aufschrei vieler Mitglieder und einer Sammelklage wurde Beacon (englisch: Leuchtturm) schließlich 2009 eingestellt. Heftige Kritik gab es auch, als die Standard-Voreinstellung für die Facebook-Profile plötzlich auf "öffentlich" geändert wurde - wodurch viele private Fotos offen im Internet landeten.

Zuckerberg lernte aus den Kontroversen, dass man den Nutzern mehr Zeit geben muss. Heute werden jeden Tag mehr als 250 Millionen Fotos in die Plattform hochgeladen. Und rund 845 Millionen Menschen weltweit vertrauen Facebook und Zuckerberg ihre Daten an.

Der Mann, der die Welt konsequent zu immer mehr Offenheit überreden will, gibt über sich selbst nur wenig Preis. Am ehesten noch bekommt man Einblick in sein Leben, wer bei Facebook dem Profil seines Hundes Beast folgt. Für Schlagzeilen sorgte Zuckerberg jüngst höchstens mit seinem Entschluss, nur noch das Fleisch von Tieren zu essen, die er selbst getötet hat.

Quelle: n-tv.de, jga/dpa/AFP