Wirtschaft

Pandemie-Ende vor Augen Amazon: 50 Prozent mehr Gewinn - Aktie bricht ein

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Der Umsatz des weltgrößten Onlinehändlers blieb im abgelaufenen Quartal hinter den Erwartungen zurück.

(Foto: REUTERS)

Amazon steigert Umsatz und Gewinn auch im zweiten Quartal deutlich - doch nicht deutlich genug in den Augen der Anleger. Weil Analysten mehr vorausgesagt hatten, lassen sie die Aktie nachbörslich um vier Prozent fallen.

Der Amazon-Gründer und langjährige Firmenchef Jeff Bezos schickt seinen Nachfolger Andy Jassy in unruhiges Fahrwasser. Der Umsatz des weltgrößten Onlinehändlers blieb im abgelaufenen Quartal hinter den Erwartungen zurück. Zudem werde im laufenden Vierteljahr eine Abschwächung erwartet, erklärte der Konzern, der sich bislang in der Corona-Pandemie von Erfolg zu Erfolg gehangelt hatte, am Donnerstag nach US-Börsenschluss.

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Angesichts der fortschreitenden Impfkampagnen rund um den Globus würden immer mehr Geschäfte wiedereröffnen und da die Menschen wieder mehr Zeit außerhalb ihrer vier Wände verbrächten, würden sie auch weniger online einkaufen. Die Mitteilung kam an der Börse sehr schlecht an: Amazon-Aktien fielen nachbörslich zunächst um mehr als sieben Prozent.

Microsoft und Google wachsen schneller

Jassy hat am 5. Juli das Ruder bei dem Konzern aus Seattle übernommen und damit Bezos nach 27 Jahren an der Spitze abgelöst. Zuvor leitete Jassy die überaus erfolgreiche Cloud-Sparte AWS, die auch im abgelaufenen Quartal mit einem Umsatzplus von 37 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar punktete. Allerdings kamen die Konkurrenten Microsoft und Google zuletzt auf ein größeres Wachstum. Der Konzerngewinn kletterte von April bis Juni um 48 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar. Es ist das zweithöchste jemals in einem Quartal erzielte Ergebnis. Auch der Umsatz legte um kräftige 27 Prozent auf rund 113 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten im Schnitt aber zwei Milliarden Dollar mehr erwartet.

Der US-Konzern, der mit dem Verkauf von Büchern gestartet war, ist inzwischen in vielen Bereichen präsent: Amazon betreibt die Supermarktkette Whole Food, baut ein Gesundheitssystem auf und nennt nun auch das James-Bond-Filmsstudio MGM sein Eigen. Inzwischen kommt Amazon auf mehr als 200 Millionen Prime-Abonnenten, die kostengünstiger bestellen und sich beispielsweise Videos anschauen können. Ähnlich wie Google und Facebook hat sich Amazon zum Ziel gesetzt, alle Mitarbeiter zu impfen - will dies jedoch nicht verpflichtend machen.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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